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Brüchige Nägel als Signal eines Nährstoffmangels in der Ernährung

Nägel sind viel mehr als nur ein ästhetisches Detail. Sie sind kleine Spiegel unserer inneren Gesundheit, die einiges darüber verraten können, was im Körper vorgeht. Wenn Nägel brechen, splittern oder spröde und dünn sind, sendet der Körper damit ein klares Signal, dass etwas nicht stimmt – und in den meisten Fällen liegt die Ursache genau in der Ernährung. Dabei ist es überraschend, wie viele Menschen nach teuren Nagelpflegeprodukten suchen, ohne darüber nachzudenken, was sie eigentlich essen.

Brüchige Nägel gehören dabei zu den häufigsten Problemen, mit denen Menschen zu kämpfen haben. Laut Dermatologen leiden etwa 20 % der Bevölkerung an diesem Beschwerdebild, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Die Fachbezeichnung für diesen Zustand lautet Onychoschizie oder Onychorrhexis, wobei der erste Begriff die horizontale Spaltung der Nagelplatte und der zweite das vertikale Reißen bezeichnet. Beide Zustände haben jedoch eines gemeinsam – sie entstehen sehr häufig durch einen Mangel an wichtigen Nährstoffen.

Was signalisieren brüchige Nägel genau?

Ein gesunder Nagel wächst etwa drei Millimeter pro Monat, und seine Struktur hängt von einer kontinuierlichen Zufuhr von Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen ab. Wenn diese Versorgung nachlässt, verliert die Nagelplatte an Elastizität, wird spröde und anfällig für Schäden. Nägel bestehen hauptsächlich aus Keratin – einem Strukturprotein, das für seine korrekte Bildung eine ganze Reihe von Mikronährstoffen benötigt.

Einer der häufigsten Verursacher ist Biotinmangel, ein Vitamin der B-Gruppe, das eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen spielt. Eine in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlichte Studie zeigte, dass eine Biotinsupplementierung bei Patienten mit brüchigen Nägeln zu einer messbaren Verbesserung der Dicke und Festigkeit der Nagelplatte führte. Biotin findet sich natürlich in Eiern, Nüssen, Samen, Lachs oder Avocado – und genau diese Lebensmittel fehlen in der Ernährung vieler Menschen, die mit spröden Nägeln zu kämpfen haben.

Ein weiteres Signal kann Eisenmangel sein. Eisenmangelanämie zeigt sich an den Nägeln nicht nur durch Brüchigkeit, sondern auch durch eine charakteristische löffelartige Einbuchtung der Nagelplatte – dieses Phänomen wird fachlich als Koilonychie bezeichnet. Eisen ist dabei ein Mineralstoff, dessen Mangel in Europa sehr weit verbreitet ist, insbesondere bei Frauen im reproduktionsfähigen Alter, Vegetariern und Veganern. Wenn brüchige Nägel von Müdigkeit, Blässe oder Kurzatmigkeit begleitet werden, ist es angebracht, ein Blutbild anfertigen zu lassen.

Weniger bekannt, aber ebenso wichtig ist Zinkmangel. Zink ist an der Proteinsynthese und der Zellteilung beteiligt – also genau an den Prozessen, die für das Nagelwachstum entscheidend sind. Ein Mangel kann sich durch weiße Flecken auf den Nägeln, Brüchigkeit oder verlangsamtes Wachstum äußern. Zink findet sich in Fleisch, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten oder Kürbiskernen, und obwohl ein vollständiger Zinkmangel in unserer Bevölkerung nicht extrem häufig ist, kann seine Aufnahme durch einen hohen Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln oder übermäßigen Alkoholgenuss beeinträchtigt werden.

Auch die Vitamine A, C und E spielen eine Rolle. Vitamin C ist unerlässlich für die Kollagenbildung, die den Nägeln Elastizität verleiht, und sein Mangel kann sich genau durch Sprödigkeit äußern. Vitamin A unterstützt das Zellwachstum und die Gewebeerneuerung, während Vitamin E als Antioxidans wirkt, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt. All diese Vitamine sind leicht über eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und hochwertigen Fetten verfügbar – aber genau eine solche Ernährung fehlt im modernen Leben oft.

Ein interessanter Praxisfall: Jana, eine dreiunddreißigjährige Buchhalterin aus Brünn, kämpfte monatelang damit, dass ihre Nägel brachen, sobald sie etwas gewachsen waren. Sie probierte verschiedene Härtungslacke und teure Handcremes aus, aber nichts half. Erst als sie einen Ernährungsberater aufsuchte, stellte sich heraus, dass ihre Ernährung extrem arm an Proteinen und gesunden Fetten war – als berufstätige Mutter aß sie hauptsächlich Schnellgerichte und ließ das Frühstück aus. Nach einer Ernährungsumstellung und der Ergänzung von Biotin und Zink verbesserte sich der Zustand ihrer Nägel innerhalb von drei Monaten deutlich. Diese Geschichte ist keine Ausnahme – im Gegenteil, sie ist sehr typisch.

Flat-lay of healthy foods rich in biotin, zinc, iron and vitamins for strong nails

Wie sollte man die Ernährung anpassen, damit die Nägel stark und gesund sind?

Die Lösung für brüchige Nägel beginnt auf dem Teller, nicht in der Apotheke. Die Grundlage ist eine ausreichende Zufuhr von hochwertigen Proteinen, denn Keratin, aus dem Nägel bestehen, ist ein Protein, und der Körper kann es ohne Aminosäuren nicht synthetisieren. Die täglich empfohlene Proteinmenge für einen Erwachsenen liegt bei etwa 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, wobei bei erhöhter körperlicher Belastung oder in Stressphasen der Bedarf höher sein kann. Gute Quellen sind Eier, Hülsenfrüchte, Fisch, Geflügel, Milchprodukte oder Tofu.

Ebenso wichtig ist es, gesunde Fette in die Ernährung einzubeziehen. Omega-3-Fettsäuren, die in fettem Fisch, Leinsamen oder Walnüssen vorkommen, helfen dabei, die natürliche Feuchtigkeit der Nagelplatte zu erhalten und ihr Austrocknen zu verhindern. Ausgetrocknete Nägel sind dabei deutlich anfälliger für Brüche als Nägel, die von innen heraus richtig hydriert sind. Interessanterweise kann auch äußerliche Hydratation durch Cremes und Öle die Zufuhr gesunder Fette über die Nahrung nicht vollständig ersetzen.

Was Mikronährstoffe betrifft, ist es sinnvoll, sich vor allem auf folgende Nährstoffe zu konzentrieren:

  • Biotin – Eier, Mandeln, Lachs, Süßkartoffeln, Avocado
  • Eisen – rotes Fleisch, Linsen, Spinat, Kürbiskerne (zusammen mit Vitamin C für bessere Aufnahme)
  • Zink – Austern, Rindfleisch, Kürbiskerne, Kichererbsen
  • Vitamin C – Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli, Erdbeeren
  • Vitamin A – Karotten, Süßkartoffeln, Blattgemüse, Eier
  • Silizium – Vollkorngetreide, Hafer, grüne Bohnen

Silizium ist dabei ein Nährstoff, der in Bezug auf Nägel oft vergessen wird, obwohl er eine wichtige Rolle bei der Bildung von Bindegewebe spielt und zur Festigkeit der Nagelplatte beitragen kann. Es findet sich vor allem in Haferflocken, Vollkornbrot oder grünen Bohnen.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Hydratation. Dehydratation äußert sich nicht nur durch trockene Haut und Müdigkeit, sondern auch durch spröde Nägel. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – idealerweise reines Wasser, Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte – hilft dabei, die Nägel geschmeidig und widerstandsfähig zu halten. Die tägliche Empfehlung liegt bei etwa zwei Litern Flüssigkeit, wobei bei körperlicher Aktivität oder bei heißem Wetter der Bedarf höher ist.

Wie der berühmte griechische Arzt Hippokrates sagte: „Lass deine Nahrung deine Medizin sein und deine Medizin deine Nahrung." Dieser Gedanke gilt auch im Kontext der Nagelgesundheit – obwohl brüchige Nägel wie ein banales Problem erscheinen mögen, sind sie tatsächlich ein echter Hilferuf des Körpers nach besserer Ernährung.

Es ist erwähnenswert, dass bestimmte Lebensgewohnheiten die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können, auch wenn die Ernährung scheinbar abwechslungsreich ist. Übermäßiger Kaffee- und Alkoholkonsum verringert die Aufnahme von Zink und Kalzium. Diäten mit extremer Kalorienreduktion oder einseitige Ernährungspläne, wie verschiedene Modediäten, führen sehr häufig zu einem erheblichen Mikronährstoffdefizit – und die Nägel sind einer der ersten Orte, an denen sich das zeigt. Ebenso erhöht chronischer Stress den Verbrauch von B-Vitaminen und Magnesium, was auch bei ansonsten ausgewogener Ernährung zu deren Mangel beitragen kann.

Wenn eine Ernährungsumstellung auch nach zwei bis drei Monaten keine Ergebnisse bringt – Nägel erneuern sich langsam und eine sichtbare Verbesserung braucht Zeit –, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Brüchige Nägel können in manchen Fällen ein Symptom von Schilddrüsenerkrankungen, Psoriasis oder anderen systemischen Erkrankungen sein, die fachkundige Betreuung erfordern. Die Tschechische Dermatovenerologische Gesellschaft empfiehlt bei anhaltenden Nagelproblemen eine Konsultation mit einem Dermatologen, der eine gezielte Diagnostik empfehlen kann.

Die moderne Ernährungswissenschaft bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Nagelgesundheit auf natürlichem Weg zu unterstützen. Anstatt nach Wundermitteln in der Apotheke oder Drogerie zu suchen, lohnt es sich, zunächst ehrlich darüber nachzudenken, was wir täglich essen. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung, reich an Proteinen, gesunden Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen, ist der wirksamste und zugleich natürlichste Weg zu festen, gesunden Nägeln. Und als Nebeneffekt bringt sie eine Verbesserung der Energie, des Hautzustands und des allgemeinen Wohlbefindens – denn der Körper funktioniert als Ganzes, und womit wir ihn nähren, zeigt sich überall.

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