Eine Dammmassage kann ein sanftes Ritual sein, das die Entspannung des Beckens vor der Geburt unters
Das Thema Damm-Massage hat in den letzten Jahren nicht nur in Entbindungskliniken, sondern auch in alltäglichen Gesprächen zwischen werdenden Eltern an Bedeutung gewonnen. Und das aus gutem Grund: Es handelt sich um eine einfache, wenig anspruchsvolle Gewohnheit, die helfen kann, das Perineum (den Damm) auf die große Belastung während einer vaginalen Geburt vorzubereiten. Dennoch gibt es viele Unklarheiten darüber – ab wann Damm-Massage wirklich sinnvoll ist, wann man mit der Damm-Massage vor der Geburt beginnen sollte, wie man genau vorgeht, welches Öl für die Damm-Massage gewählt werden sollte und was zu erwarten ist, wenn es beim ersten Mal überhaupt nicht „angenehm" ist.
Die Damm-Massage ist keine Wundermethode, die die Geburt „löst". Es ist eher eine stille, regelmäßige Vorbereitung des Gewebes, vergleichbar mit dem allmählichen Aufwärmen vor dem Sport. Der Damm ist nämlich nicht nur „die Haut zwischen", sondern ein funktionelles Gebiet, das aus Haut, Bindegewebe und Beckenbodenmuskeln besteht. Gerade deren Flexibilität und Fähigkeit zur Entspannung spielen bei der Geburt eine große Rolle.
Was ist das Perineum und warum wird gerade die Damm-Massage thematisiert
Das Perineum ist der Fachbegriff für den Damm – also das Gewebe zwischen dem Scheideneingang und dem Anus. Im Alltag nimmt man es kaum wahr, aber in der Schwangerschaft und während der Geburt wird es zu einem zentralen Bereich. Beim Durchtritt des Kopfes und der Schultern wird der Damm stark gedehnt und es kann zu Rissen kommen. An manchen Orten wird immer noch routinemäßig ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt, anderswo wird darauf verzichtet und der Fokus liegt auf einer schonenden Geburt, Positionen, Atemarbeit – und eben auch auf der Vorbereitung des Gewebes vor der Geburt.
Die Damm-Massage wird oft als Methode empfohlen, um die Elastizität des Gewebes allmählich zu erhöhen und gleichzeitig den Körper zu „lehren", sich in einem Bereich zu entspannen, der bei Stress reflexartig angespannt wird. Es wird manchmal auch gesagt, dass sie hilft, das Risiko von Dammverletzungen oder zumindest deren Ausmaß zu verringern. Es ist fair zu sagen, dass die Ergebnisse der Studien nicht für alle gleich sind und es immer von vielen Faktoren abhängt (Geburtsverlauf, Position, Größe des Babys, Leitung der zweiten Geburtsphase). Dennoch wird die Damm-Massage oft als nützlicher Schritt genannt, insbesondere bei Erstgebärenden.
Wer aus autoritativen Quellen schöpfen möchte, kann beispielsweise die Informationen des britischen NHS zur perinealen Massage einsehen: https://www.nhs.uk/pregnancy/labour-and-birth/preparing-for-the-birth/perineal-massage/ – der Vorteil ist, dass es sich um einen praktisch geschriebenen Text ohne Angst und übertriebene Versprechungen handelt.
Wichtig ist auch der psychologische Aspekt: Der regelmäßige Kontakt mit dem eigenen Körper, bewusstes Atmen und die Arbeit mit der Spannung im Becken können überraschend dabei helfen, wie sich eine Frau am Ende der Schwangerschaft fühlt. „Es geht nicht nur um das Gewebe, sondern auch um Vertrauen", sagen oft Hebammen. Und gerade das Vertrauen, dass der Körper sich öffnen kann, ist für viele entscheidend.
Ab wann Damm-Massage und wann mit der Damm-Massage vor der Geburt beginnen
Eine der häufigsten Fragen lautet: Ab wann Damm-Massage einführen, damit es sinnvoll ist, und gleichzeitig nicht zu früh. Am häufigsten wird der Zeitraum ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche angegeben, wenn sich der Körper natürlich auf die Geburt vorbereitet und das Gewebe unter dem Einfluss von Hormonen elastischer wird. Gerade dann tauchen Empfehlungen auf, wann man mit der Damm-Massage vor der Geburt beginnen sollte: idealerweise etwa einen Monat bis sechs Wochen vor dem erwarteten Termin.
Einige Frauen beginnen früher und es passt ihnen, andere kommen erst in den letzten Wochen dazu – und auch das kann in Ordnung sein. Sinnvoll ist eher die Regelmäßigkeit als die Perfektion. Wenn die Massage zweimal durchgeführt wird und dann nichts, wird der Effekt logischerweise geringer sein, als wenn sie zu einem kurzen Ritual mehrmals die Woche wird.
Oft wird empfohlen, etwa 3–4× pro Woche für 5–10 Minuten, aber es ist nicht notwendig, sich mit Zahlen zu stressen. Der Körper kann recht klare Rückmeldungen geben. Wenn der Bereich überempfindlich, gereizt ist oder ein Brennen auftritt, ist es besser, nachzulassen, eine Pause einzulegen oder es gegebenenfalls mit einem Gynäkologen oder einer Hebamme zu besprechen. Vorsicht ist auch bei wiederholten vaginalen Infektionen, aktivem Herpes oder bei jeglicher Blutung geboten – dann wird die Massage ohne Rücksprache normalerweise nicht empfohlen.
Im realen Leben sieht es oft so aus, dass die Damm-Massage „für den Abend geplant" wird – und dann kommt Müdigkeit, das ältere Kind wird krank, die Arbeit zieht sich hin. Eine werdende Mutter beschrieb es einfach: „Das Schwierigste war, Ruhe und Privatsphäre zu finden. Aber wenn es nach der Dusche gelungen ist, war es plötzlich keine weitere Pflicht, sondern ein Moment, in dem man durchatmen konnte." Gerade dieser Moment ist wichtig: Die Damm-Massage kann auch als Signal für den Körper fungieren, dass es sicher ist, loszulassen.
Wie man die Damm-Massage durchführt: Einfache Schritte, die Sinn machen
Die Frage wie man die Damm-Massage durchführt klingt praktisch, aber oft verbirgt sich dahinter Unsicherheit: Was genau tun, wohin drücken, wie die richtige Intensität erkennen. Die gute Nachricht ist, dass es nicht darum geht, das Gewebe „mit Gewalt zu überwinden". Im Gegenteil – es geht um sanftes, schrittweises Dehnen und darum, dass sich das Perineum an den Druck und Zug gewöhnt, ähnlich dem, was bei der Geburt auftritt.
Bevor man beginnt, ist es oft angenehm, eine warme Dusche oder einen warmen Umschlag zu nehmen. Wärme durchblutet und erweicht das Gewebe, wodurch die Massage einfacher wird. Praktisch ist es, kurze Nägel zu haben und eine Position zu finden, in der man sich entspannen kann – einige wählen eine halb sitzende Position auf Kissen, andere eine Hocke mit Unterstützung oder ein Bein am Rand der Badewanne. Es gibt keine „einzig richtige" Variante. Wichtig ist, dass man in den Bauch atmen kann und der Rücken nicht überlastet wird.
Der eigentliche Ablauf wird oft so beschrieben: Die Daumen (oder ein Daumen) werden sanft etwa 2–3 cm in die Vagina eingeführt, während die Finger außen bleiben. Dann wird mit leichtem Druck nach unten (zum Anus) und zu den Seiten ein sanftes „U" Gefühl erzeugt. Das Gewebe wird in einer angenehmen Dehnung gehalten, es wird geatmet und gewartet, bis die Spannung etwas nachlässt. Manche fügen auch eine sanfte Massage der Ränder des Scheideneingangs hinzu, als ob in kleinen Kreisen.
Die Intensität ist wichtig. Die Massage kann unangenehm sein, manchmal sogar leicht brennend, da mit einem empfindlichen Bereich gearbeitet wird. Sie sollte jedoch nicht scharf, stechend oder direkt schmerzhaft sein. Wenn der Körper instinktiv „ausweicht", das Gesäß anspannt oder der Atem angehalten wird, ist das normalerweise ein Zeichen, nachzulassen. In der Praxis hilft eine einfache Regel: Druck so, dass man einen ruhigen Atem und einen entspannten Kiefer halten kann. Es klingt seltsam, aber Kiefer und Beckenboden reagieren oft gemeinsam – wenn das Gesicht angespannt ist, ist auch das Becken angespannt.
Die Massage kann die Frau selbst durchführen oder der Partner, wenn es für beide angenehm ist. Der Vorteil des Partners ist manchmal, dass er einen besseren Winkel hat und die Frau sich mehr auf das Atmen konzentrieren kann, aber es erfordert Sensibilität und Kommunikation. Ein einfaches „so ist es okay" oder „jetzt ist es zu viel" reicht aus.
Und noch eine Sache, die oft übersehen wird: Die Damm-Massage ist kein Belastungstest. Wenn man an einem Tag keine Lust hat, ist das kein Problem. Wichtiger als die perfekte Leistung ist, dass daraus kein Stressor wird. Die Geburt bringt von selbst genug Druck mit sich – und die Vorbereitung sollte eher erleichtern.
Welches Öl für die Damm-Massage wählen, damit es hautschonend ist
Die Wahl des Produkts ist ein Kapitel für sich, da die Haut und Schleimhäute im Intimbereich empfindlich sein können. Wenn es darum geht, welches Öl für die Damm-Massage, lohnt es sich, einige einfache Prinzipien zu beachten: Das Öl sollte rein, schonend, ohne unnötige Parfümierung und idealerweise in Bio-Qualität sein. Die intimen Gewebe sind kein Ort für synthetische Düfte oder aggressive Konservierungsstoffe.
Häufig wird beispielsweise Mandelöl verwendet (sanft, gut verträglich), oder Mischungen, die speziell für die perineale Massage entwickelt wurden. Manche greifen zu Olivenöl, aber nicht jedem gefällt dessen Geruch und „Schwere". Auf der anderen Seite mögen ätherische Öle verlockend klingen, aber während der Schwangerschaft und im Intimbereich ist Vorsicht geboten – einige können reizen. Wenn nach dem Öl Brennen, Rötung oder Juckreiz auftreten, ist es besser, es abzusetzen.
In einem ökologisch ausgerichteten Haushalt macht es Sinn, ein Öl in einer Qualität zu wählen, die sowohl den Körper als auch die Natur respektiert: schonende Zusammensetzung, vernünftige Verpackung, transparenter Ursprung. Welches Produkt auch immer gewählt wird, es gilt das einfache Prinzip: weniger ist manchmal mehr. Ein paar Tropfen genügen, das Ziel ist Gleitfähigkeit und Komfort, nicht die gesamte Fläche zu „übergießen".
Kleine Details, die einen großen Unterschied machen
Die Damm-Massage wird oft als Technik beschrieben, aber in der Realität besteht sie aus Kleinigkeiten: Licht, Wärme, Ruhe, Atmung. Wenn man in Eile ist, zieht sich der Körper zusammen. Wenn ein sicherer Raum geschaffen wird, lässt er los. Und das ist genau das Prinzip, das sich auch bei der Geburt bewährt.
Manchmal hilft es, die Massage mit einer einfachen Vorstellung zu verbinden: Beim Einatmen dehnt sich der Bereich des Beckenbodens sanft aus, beim Ausatmen entspannt er sich. Es geht nicht um Esoterik, sondern eher um die Arbeit mit dem Nervensystem. Der Körper lernt, dass Druck in diesem Bereich nicht unbedingt Gefahr bedeutet.
Gleichzeitig ist es gut, realistische Erwartungen zu haben. Die Damm-Massage garantiert keine Geburt ohne Verletzungen, genauso wenig wie regelmäßige Spaziergänge garantieren, dass man nie außer Atem gerät. Sie kann aber die Chance erhöhen, dass das Gewebe elastischer ist und dass die Frau besseren Kontakt zu dem hat, was im Becken passiert. Und das ist nicht wenig.
Wenn dazu eine schonende Pflege am Ende der Schwangerschaft kommt – ausreichende Hydratation, angemessene Bewegung, bewusstes Entspannen des Beckenbodens und gute Kommunikation mit dem Geburtsteam – ergibt sich ein Gesamtbild, das Sinn macht. Die Geburt ist nämlich in hohem Maße eine Zusammenarbeit: von Körper, Geist und Umgebung.
Zum Schluss stellt sich eine einfache Frage, die die Perspektive verändern kann: Was wäre, wenn die Vorbereitung auf die Geburt nicht hauptsächlich darum ginge, „durchzuhalten", sondern darum, sich zu entspannen? Die Damm-Massage kann einer der unscheinbaren Wege sein, es zu versuchen – in Ruhe, ohne Leistung, mit Respekt vor dem eigenen Tempo und mit dem Bewusstsein, dass auch ein paar Minuten Pflege mehrmals die Woche am Ende der Schwangerschaft einen überraschend großen Unterschied machen können.