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Brustschmerzen müssen nicht immer einen Herzinfarkt bedeuten

Brustschmerzen gehören zu den beängstigendsten Symptomen, die ein Mensch erleben kann. Sobald dieser unangenehme Druck oder Stich im Brustbereich auftritt, springt der Gedanke der meisten Menschen sofort zum schlimmstmöglichen Szenario – einem Herzinfarkt. Doch die Realität ist wesentlich komplexer und in vielen Fällen gleichzeitig weniger dramatisch. Experten aus der Kardiologie und der Allgemeinmedizin weisen wiederholt darauf hin, dass ein Großteil der Patienten, die mit Brustschmerzen in die Notaufnahme kommen, letztendlich mit einer Diagnose entlassen wird, die überhaupt nichts mit dem Herzen zu tun hat. Das bedeutet nicht, dass die Schmerzen verharmlost werden sollten – ganz im Gegenteil. Aber zu verstehen, was wirklich dahintersteckt, kann der Schlüssel zu einer schnelleren und richtigeren Behandlung sein.

Laut Daten, die im Fachjournal American Family Physician veröffentlicht wurden, machen kardiale Ursachen von Brustschmerzen nur eine Minderheit der Fälle aus – etwa 15 bis 18 Prozent. Der Rest entfällt auf eine Vielzahl anderer Zustände, von Verdauungsproblemen über Muskelentzündungen bis hin zu Angststörungen. Dennoch wird die Angst vor einem Herzinfarkt für viele Menschen so lähmend, dass sie entweder unnötige Notfallversorgung aufsuchen oder – und das ist die gefährlichere Variante – die Schmerzen ignorieren und zu lange warten. Wie lässt sich also erkennen, was eigentlich passiert?


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Wann handelt es sich um das Herz und wann nicht?

Bevor wir uns den häufigsten nicht-infarktbedingten Ursachen widmen, ist es wichtig zu verstehen, wie Ärzte an Brustschmerzen herangehen. Beim ersten Besuch versuchen sie stets, die sogenannten „großen Vier" auszuschließen – Herzinfarkt, Lungenembolie, Aortendissektion und Spannungspneumothorax. Erst nachdem diese lebensbedrohlichen Zustände ausgeschlossen wurden, beginnt die Suche nach weniger schwerwiegenden Ursachen. Der Schmerz beim Herzinfarkt ist typischerweise drückend, strahlt in den linken Arm, den Kiefer oder den Rücken aus und wird von Atemnot, kaltem Schweiß oder Übelkeit begleitet. Schmerzen nicht-infarktbedingten Ursprungs haben dagegen einen anderen Charakter – sie sind scharf, stechend, lokalisiert, verändern sich bei Bewegung oder Atmung und können ohne offensichtlichen Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung kommen und gehen.

Natürlich ist auch diese Regel nicht absolut. Es gibt Patienten, die einen Herzinfarkt ohne jegliche Schmerzen erlitten haben, und umgekehrt Menschen mit heftigem Brennschmerz, hinter dem Sodbrennen steckt. Deshalb gilt die goldene Regel: Bei jedem neuen, starken oder wiederkehrenden Brustschmerz ist es immer angebracht, ärztliche Hilfe zu suchen. Was passiert aber in jenen Fällen, in denen das Herz nicht der Übeltäter ist?

Gastroösophagealer Reflux und Sodbrennen

Eine der häufigsten Verwechslungen mit einem Herzinfarkt überhaupt. Saurer Mageninhalt, der in die Speiseröhre zurückfließt, kann einen so intensiven Brennschmerz hinter dem Brustbein verursachen, dass Menschen den Notruf anrufen. Die gastroösophageale Refluxkrankheit, kurz GERD, betrifft etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, und ihre Symptome überschneiden sich so stark mit kardialen Beschwerden, dass auch erfahrene Ärzte ein EKG durchführen müssen, um sie zu unterscheiden. Der Schmerz ist typischerweise brennend, verschlimmert sich nach dem Essen, im Liegen oder beim Vorbeugen und lässt nach der Einnahme von Antazida nach. Wenn sich ähnliche Symptome wiederholen, empfiehlt es sich, einen Gastroenterologen aufzusuchen und Änderungen in der Ernährung zu erwägen.

Kostochondritis – Entzündung der Rippenknorpel

Ein weniger bekannter, aber überraschend häufiger Zustand. Kostochondritis ist eine Entzündung der knorpeligen Verbindungen zwischen den Rippen und dem Brustbein. Der Schmerz kann scharf, stechend und sehr unangenehm sein – und genau dort lokalisiert sein, wo sich Menschen vorstellen, dass „das Herz schmerzt". Ein charakteristisches Merkmal ist, dass sich der Schmerz beim Drücken auf den Brustkorb oder bei Bewegungen des Oberkörpers verschlimmert. Ärzte diagnostizieren sie durch eine einfache körperliche Untersuchung – es reicht, mit dem Finger auf die betroffene Stelle zu drücken, und der Patient erkennt sofort, woher der Schmerz kommt. Die Behandlung besteht aus Ruhe, entzündungshemmenden Medikamenten und Physiotherapie.

Panikattacke und Angst

Menschen, die noch nie eine Panikattacke erlebt haben, können sich kaum vorstellen, wie körperlich real sie sein kann. Herzrasen, Brustenge, Atemnot, Kribbeln in den Händen, das Gefühl des nahenden Todes – all das sind Symptome, die bei einem Angstanfall völlig ohne Vorwarnung auftreten und mehrere Minuten andauern können. Panikattacken sind eine der häufigsten Ursachen für Notaufnahmebesuche mit der Diagnose „Brustschmerzen nicht-kardialen Ursprungs". Untersuchungen zeigen, dass bis zu einem Drittel der Patienten, die mit Verdacht auf Herzprobleme aufgenommen werden, tatsächlich an einer Angststörung leiden. Eine korrekte Diagnose ist dabei entscheidend – diese Patienten benötigen keine kardiologische Versorgung, sondern Psychotherapie und gegebenenfalls pharmakologische Unterstützung.

Pleuritis – Rippenfellentzündung

Das Rippenfell ist eine dünne Membran, die die Lungen umgibt, und wenn es sich entzündet – am häufigsten infolge einer Virusinfektion, einer Lungenentzündung oder einer Autoimmunerkrankung – ist der Schmerz, den es verursacht, unverwechselbar. Er ist scharf, stechend und verschlimmert sich deutlich beim Einatmen oder Husten. Genau diese Abhängigkeit von der Atmung ist ein wichtiger diagnostischer Hinweis: Schmerzen, die sich mit der Atmung verändern, stammen fast nie vom Herzen. Die Behandlung hängt von der Ursache der Entzündung ab – von einfachen entzündungshemmenden Medikamenten bis hin zu Antibiotika oder Kortikosteroiden.

Muskelschmerzen und Verletzungen der Brustwand

Überlastung oder Zerrung der Zwischenrippenmuskeln, ein direkter Schlag auf den Brustkorb, aber auch übermäßiges Husten oder ungewohnte körperliche Aktivität können Schmerzen verursachen, die auf den ersten Blick wie Herzschmerzen wirken. Ein klassisches Beispiel ist die Situation nach intensivem Training – jemand beginnt nach einer längeren Pause mit dem Sport, wacht am nächsten Tag mit Brustschmerzen auf und denkt sofort, dass ihn etwas befallen hat. In Wirklichkeit handelt es sich um einfache Muskelerschöpfung. Muskelschmerzen im Brustbereich sind meist dumpf oder krampfartig, lokalisiert und reagieren auf Bewegung, Druck oder Dehnung. Wärme, leichte Massage und gegebenenfalls ein rezeptfreies Schmerzmittel helfen.

Weniger offensichtliche Ursachen, die Ärzte nicht vernachlässigen

Manchmal stecken hinter Brustschmerzen Ursachen, auf die ein Laie von selbst nicht käme. Herpes zoster, im Volksmund Gürtelrose, kann intensive Brennschmerzen auf einer Seite des Brustkorbs verursachen, noch bevor die charakteristischen Bläschen auf der Haut erscheinen. Menschen in diesem Stadium der Erkrankung suchen sehr häufig die Notaufnahme mit Verdacht auf Herzinfarkt auf. Erst nach einigen Tagen, wenn der Ausschlag erscheint, fügt sich alles zusammen. Die Behandlung mit Virostatika ist dabei gerade im Frühstadium am wirksamsten, sodass eine frühzeitige Diagnose direkten Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat.

Ein weiterer weniger offensichtlicher Übeltäter kann eine Gallenblasenerkrankung sein. Gallensteine oder eine Gallenblasenentzündung verursachen Schmerzen im rechten Oberbauch, die jedoch in die rechte Schulter oder bis in den Brustbereich ausstrahlen können. Der Schmerz tritt typischerweise nach fettem Essen auf und kann sehr intensiv sein. Ähnlich kann auch ein Ösophagusspasmus – ein plötzlicher Krampf der Speiseröhre – eine drückende Brustenge verursachen, die dem Infarktschmerz fast identisch ist und zudem auf Nitroglycerin anspricht, ein Medikament, das eigentlich für Herzpatienten bestimmt ist. Das erschwert die Situation natürlich noch weiter.

Abschließend ist auch die Perikarditis erwähnenswert, also die Entzündung des Herzbeutels – des Beutels, der das Herz umgibt. Obwohl es sich um eine Herzstruktur handelt, ist Perikarditis kein Herzinfarkt und wird völlig anders behandelt. Der Schmerz ist scharf, verschlimmert sich im Liegen und lässt beim Vorbeugen nach. Die Diagnose wird mittels EKG, Echokardiographie und Bluttests gestellt.

Die Geschichte einer vierzigjährigen Lehrerin aus Brünn, die nach einer stressigen Arbeitswoche mit heftigen Brustschmerzen in die Notaufnahme kam, veranschaulicht dies sehr gut. Das EKG war in Ordnung, die Troponine negativ. Nach eingehender Untersuchung stellten die Ärzte fest, dass sie an einer Kombination aus GERD und Panikstörung litt, die sich genau in dieser Zeit erstmals vollständig manifestiert hatte. Sie wurde mit einer Überweisung zum Gastroenterologen und Psychologen entlassen – und ohne Herzmedikamente.

Wie der amerikanische Kardiologe und Autor populärer Gesundheitsbücher Dean Ornish sagt: „Das Herz ist ein unglaublich widerstandsfähiges Organ. Vieles, was wie sein Versagen aussieht, ist in Wirklichkeit der Ruf anderer Körpersysteme nach Aufmerksamkeit."

Genau diese Perspektive sollte die Art und Weise verändern, wie wir an Brustschmerzen herangehen. Es geht nicht darum, die Angst zu verharmlosen – sie hat ihren Sinn und kann im Falle eines echten Herzinfarkts Leben retten. Es geht darum zu verstehen, dass der Körper ein komplexes System ist, in dem sich verschiedene Organe und Strukturen überschneiden, sich gegenseitig beeinflussen und manchmal auch die „Stimme" ihrer Nachbarn übernehmen. Brustschmerzen sind ein Signal, das Aufmerksamkeit verdient – aber bedeuten nicht immer das Schlimmste. Die richtige Diagnose, die Geduld von Arzt und Patient sowie die Bereitschaft, die Ursache jenseits des ersten Verdachts zu suchen, sind das, was letztendlich zur Linderung und zur echten Genesung führt. Und das ist eine Botschaft, die es wert ist, sie sich zu merken.

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