Ökologische Hygienewatte und Tampons schützen Ihre Gesundheit
Jeden Monat greifen die meisten Frauen zu Binden oder Tampons, ohne darüber nachzudenken, woraus sie eigentlich hergestellt sind. Das ist verständlich – es handelt sich um eine alltägliche Routine, die automatisch abläuft. Dennoch fragen sich in den letzten Jahren immer mehr Frauen, was sie sich genau an den Körper halten, und die Antworten, die sie finden, überraschen sie häufig. Der Markt für Damenhygiene durchläuft eine stille Revolution, in deren Mittelpunkt ein einziges Wort steht: Bio.
Aber was bedeutet dieses Wort eigentlich? Und wann ist die Bezeichnung „ökologisch" oder „natürlich" echt – und wann handelt es sich nur um clever verpacktes Marketing?
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Konventionelle Tampons und Watte: Was steckt drin?
Konventionelle Hygieneprodukte – Tampons, Binden und Hygienewatte – bestehen in den meisten Fällen aus einer Kombination aus Baumwolle und synthetischen Viskosefasern, wobei beide Rohstoffe einer intensiven industriellen Verarbeitung unterzogen werden. Dazu gehört häufig das Bleichen mit Chlor, das Spuren von Dioxinen im Produkt hinterlässt, oder die neuere Methode des Bleichens mit Chlordioxid, die zwar schonender ist, aber immer noch nicht vollständig neutral. Die amerikanische Organisation FDA hat darauf hingewiesen, dass die gemessenen Dioxinwerte zwar sehr niedrig sind, der kumulative Effekt bei lebenslangem Gebrauch jedoch nicht ausreichend erforscht ist.
Neben Bleichmitteln können in konventionellen Produkten Pestizide vorkommen – Baumwolle gehört weltweit zu den Kulturpflanzen mit dem höchsten Einsatz chemischer Spritzmittel. Laut Daten der Environmental Justice Foundation werden beim Anbau konventioneller Baumwolle rund 16 % aller weltweiten Insektizide eingesetzt, obwohl sie nur etwa 2,5 % der Ackerfläche belegt. Diese Stoffe können auch nach der Verarbeitung im Endprodukt verbleiben, wenn auch in minimalen Konzentrationen. Das Problem ist, dass die Schleimhaut der Vagina ein sehr durchlässiges Gewebe ist – sie nimmt Stoffe schneller und effizienter auf als beispielsweise die Haut an den Händen. Was beim Hautkontakt möglicherweise unproblematisch wäre, kann beim direkten Kontakt mit der empfindlichen Schleimhaut eine andere Wirkung haben.
Ein weiterer Faktor sind Duftstoffe und Deodorantzusätze, die Hersteller Binden oder Tampons hinzufügen, um natürliche Körpergerüche zu überdecken. Diese Stoffe sind dabei überflüssig – eine gesunde Vagina hält ihren natürlichen pH-Wert und ihr Mikrobiom aufrecht, die sie schützen, und das Einbringen fremder Chemikalien kann dieses empfindliche Ökosystem stören und zum Auftreten von Hefepilzinfektionen oder bakterieller Vaginose beitragen.
Ökologische Hygienewatte und Tampons: Wo beginnt echtes Bio?
Die Bezeichnung „bio", „ökologisch" oder „organisch" auf der Verpackung eines Hygieneprodukts kann je nachdem, was genau zertifiziert wird, unterschiedliches Gewicht haben. Nicht jedes Produkt mit einer natürlich wirkenden Verpackung voller Blätter und Grüntöne ist wirklich ökologisch. Genau hier kommt es darauf an, zwischen den Zeilen zu lesen – oder vielmehr Zertifikate zu lesen.
Der anerkannteste Standard im Bereich Bio-Baumwolle ist die GOTS-Zertifizierung (Global Organic Textile Standard), die garantiert, dass die Baumwolle ohne synthetische Pestizide und Kunstdünger angebaut wurde und dass die Verarbeitung unter strengen ökologischen und sozialen Bedingungen erfolgte. Ein mit dem GOTS-Logo gekennzeichnetes Produkt wurde entlang der gesamten Lieferkette vom Feld bis zum Endprodukt überprüft. Eine ähnliche Garantie bietet die Zertifizierung OEKO-TEX Standard 100, die das Vorhandensein schädlicher Stoffe im fertigen Produkt testet – sie garantiert also nicht die Anbauweise, bestätigt aber, dass das Endprodukt keine gefährlichen Chemikalien über einem festgelegten Grenzwert enthält.
Wirklich ökologische Hygienewatte oder Tampons sollten daher mehrere Bedingungen erfüllen: Die Baumwolle sollte aus zertifizierter Bio-Landwirtschaft stammen, das Produkt sollte weder mit Chlor gebleicht sein noch synthetische Duftstoffe, Plastikbestandteile oder andere Zusätze enthalten. Idealerweise sollte es auch biologisch abbaubar sein – und das ist der Punkt, an dem viele „ökologische" Produkte noch versagen.
Ein interessantes Praxisbeispiel: Jana, eine dreißigjährige Lehrerin aus Brünn, wechselte zu Bio-Tampons, nachdem sie wiederholt unter Hefepilzinfektionen zu leiden begann. Nach einer Beratung mit ihrer Gynäkologin versuchte sie, konventionelle Tampons gegen zertifizierte Bio-Varianten ohne Duftstoffe und synthetische Zusätze auszutauschen. Die Infektionen hörten auf. Natürlich lässt sich nicht behaupten, dass die Tampons die Ursache waren – aber Jana ist überzeugt, dass der Wechsel einen Einfluss hatte, und kehrte zu den ursprünglichen Produkten nicht zurück.
Wie die deutsche Gynäkologin und Buchautorin über Frauengesundheit Sheila de Liz einmal treffend bemerkte: „Die Vagina ist kein Mülleimer – sie verdient mindestens genauso viel Fürsorge wie dein Gesicht." Diese Worte bringen das Wesen der gesamten Debatte über ökologische Damenhygiene besser auf den Punkt als jede Statistik.
Ökologie geht über die Zusammensetzung des Produkts hinaus
Über Bio-Tampons und ökologische Watte zu sprechen bedeutet, nicht nur über die Zusammensetzung des Produkts zu sprechen, sondern auch über seine Auswirkungen auf die Umwelt. Und hier öffnet sich der zweite Teil der Geschichte, der in Marketingmaterialien häufig in den Hintergrund gedrängt wird.
Eine durchschnittliche Frau verwendet im Laufe ihres Lebens etwa 11.000 bis 16.000 Hygieneprodukte. Wenn diese aus konventionellen Materialien hergestellt sind und Plastikbestandteile enthalten – wie synthetische Fasern, Plastikapplikatoren oder undurchlässige Folien auf der Unterseite von Binden –, dauert ihr Abbau in der Natur Hunderte von Jahren. Eine Studie des Women's Environmental Network schätzt, dass sich an britischen Stränden auf jeweils 500 Metern Küstenlinie durchschnittlich 4,8 Hygieneprodukte befinden. Es handelt sich um eine Verschmutzung, die still, unsichtbar und dennoch massiv ist.
Bio-Tampons aus unbehandelter Bio-Baumwolle bauen sich in der Natur deutlich schneller ab und hinterlassen keine Mikroplastik. Ökologische Hygienewatte ohne synthetische Zusätze ist kompostierbar. Produkte ohne Plastikverpackung oder mit recycelbarer Verpackung reduzieren die Abfallmenge im gesamten Lebenszyklus des Produkts. Das sind konkrete, messbare Unterschiede – keine bloßen Marketingbehauptungen.
Neben Tampons und Watte sind auch Alternativen erwähnenswert, die beim ökologischen Ansatz noch einen Schritt weiter gehen. Menstruationstassen bestehen aus medizinischem Silikon, sind wiederverwendbar und halten bei richtiger Pflege bis zu zehn Jahre. Stoffbinden aus Bio-Baumwolle oder Bambus funktionieren ähnlich. Diese Produkte erzeugen im Vergleich zu Einwegalternativen einen Bruchteil des Abfalls und sind langfristig auch finanziell vorteilhafter. Es handelt sich dabei nicht um einen Randtrend – laut einer Studie des Unternehmens Grand View Research wächst der globale Markt für ökologische Hygieneprodukte jährlich um mehr als 6 %, und das Interesse an nachhaltigen Alternativen steigt besonders stark bei Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren.
Es ist jedoch wichtig, nicht dem Eindruck zu erliegen, dass eine ökologische Wahl zwangsläufig weniger bequem oder weniger wirksam sein muss. Moderne Bio-Tampons aus Bio-Baumwolle absorbieren genauso gut wie ihre konventionellen Gegenstücke – der Unterschied liegt darin, was sie nicht enthalten, nicht darin, was ihnen fehlt. Ebenso funktioniert ökologische Hygienewatte für empfindliche Haut oder zur Behandlung kleinerer Wunden identisch wie konventionelle Watte, jedoch ohne das Risiko des Kontakts mit Pestizidrückständen.
Bei der Auswahl ökologischer Hygieneprodukte lohnt es sich, auf einige konkrete Dinge zu achten:
- GOTS- oder OEKO-TEX-Zertifizierung auf der Verpackung – das ist ein überprüfbarer Nachweis, keine bloße Marketingaussage
- Keine Duftstoffe und Deodorants – eine gesunde Vagina braucht keine Parfümierung
- Zusammensetzung ohne synthetische Fasern – nach Produkten aus 100 % Bio-Baumwolle suchen
- Biologisch abbaubare oder recycelbare Verpackung – Ökologie geht über das Produkt selbst hinaus
- Transparenz des Herstellers – seriöse Marken geben Zusammensetzung und Zertifizierungen leicht auffindbar an
Der Markt für ökologische Damenhygiene entwickelt sich schnell und das Angebot wächst. Es kommen immer mehr Marken hinzu, die auf Transparenz und echte Nachhaltigkeit setzen – und gleichzeitig auch solche, die sich hinter einem ökologischen Deckmantel verstecken, ohne wirklichen Inhalt. Die Fähigkeit, das eine vom anderen zu unterscheiden, ist daher heute wichtiger denn je.
Die Wahl ökologischer Hygienewatte und Bio-Tampons ist nicht nur eine persönliche Entscheidung für die Gesundheit – es ist auch ein kleiner, aber bedeutsamer Schritt in Richtung verantwortungsvolleren Konsums. In einer Zeit, in der die Umweltauswirkungen alltäglicher Einkäufe immer stärker in den Vordergrund rücken, lohnt es sich, auch über Produkte nachzudenken, über die wir bisher nicht nachgedacht haben. Der Körper und der Planet verdienen diese Aufmerksamkeit.