facebook
APP5-Rabatt nur jetzt! APP5 Zur App
Bestellungen, die vor 12:00 Uhr eingehen, werden sofort versandt. | Kostenloser Versand über 80 EUR | Kostenloser Umtausch und Rückgabe innerhalb von 90 Tagen

Selbst gemachte Gnocchi aus übrig gebliebenen Kartoffeln sind besser als aus dem Laden

Es gibt etwas fast Magisches daran, wenn aus einer Handvoll vergessener Kartoffeln aus dem Kühlschrank ein Abendessen entsteht, das problemlos in einer italienischen Trattoria serviert werden könnte. Hausgemachte Gnocchi aus übrig gebliebenen Kartoffeln sind eines jener Rezepte, die beweisen, dass die besten Gerichte nicht aus teuren Zutaten entstehen, sondern aus Einfallsreichtum, Geduld und Respekt gegenüber dem, was wir zur Hand haben. Und dabei ist das Verfahren so einfach, dass es jeder schafft, der je einen Kochlöffel in der Hand gehalten hat.

In einer Zeit, in der immer mehr Menschen darüber nachdenken, wie viel Essen sie unnötigerweise wegwerfen, gewinnt dieses Rezept an besonderer Bedeutung. Laut Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird weltweit etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeworfen. Kartoffeln gehören dabei zu den häufigsten Opfern häuslicher Lebensmittelverschwendung – gekocht, aber nicht gegessen, verlieren sie nach ein paar Tagen jegliche Attraktivität und landen im Müll. Gnocchi sind eine elegante Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen.


Probieren Sie unsere natürlichen Produkte

Was Gnocchi eigentlich sind und warum man sie zu Hause macht

Gnocchi (ausgesprochen „Njoki") sind italienische Kartoffelklößchen, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Obwohl es heute Dutzende von Varianten gibt – aus Ricotta, Spinat, Kürbis oder Maismehl – wird die klassischste und verbreitetste Version genau aus Kartoffeln und Weizenmehl zubereitet. In verschiedenen Regionen Italiens unterscheiden sich die Traditionen: Im Norden sind Gnocchi eher kompakt und sättigend, im Süden leichter und luftiger. Der gemeinsame Nenner ist jedoch immer eine einfache, ehrliche Zutat.

Warum sie zu Hause machen, wenn man sie heute in fast jedem Supermarkt kaufen kann? Die Antwort ist eindeutig: Der Geschmack von fertigen Gnocchi aus dem Laden lässt sich nicht mit selbstgemachten vergleichen. Abgepackte Varianten sind oft vollgepackt mit Stärke, Konservierungsstoffen und künstlichen Zusätzen, damit sie möglichst lange im Regal halten. Hausgemachte Gnocchi hingegen sind weich, leicht luftig und haben einen ausgeprägten Kartoffelgeschmack, der sich bei jedem Bissen in Erinnerung ruft. Und wenn man dazu noch bedenkt, dass man sie aus Kartoffeln zubereitet, die sonst im Müll gelandet wären, hat man zusätzlich das gute Gefühl, nichts weggeworfen zu haben.

Die italienische Köchin und Schriftstellerin Marcella Hazan brachte es treffend auf den Punkt: „Die italienische Küche ist nicht kompliziert. Es geht darum, seine Zutaten zu kennen und sie zu respektieren." Gnocchi aus übrig gebliebenen Kartoffeln sind die perfekte Verkörperung dieses Ansatzes.

So geht's: Von den Kartoffeln zu den Klößchen Schritt für Schritt

Beginnen wir mit dem Wichtigsten – der Auswahl der Kartoffeln. Nicht jede Sorte eignet sich gleich gut. Ideal sind mehligkochende Kartoffeln mit höherem Stärkegehalt, wie zum Beispiel Agria, Désirée oder klassische gelbe Kartoffeln des Kochtyps B oder C. Vermeiden Sie wachsartige Sorten, die einen höheren Wassergehalt haben – der Teig würde klebrig werden und die Gnocchi beim Kochen auseinanderfallen. Übrig gebliebene Kartoffeln vom Vortag sind dabei oft eine bessere Wahl als frisch gekochte, da sie über Nacht im Kühlschrank einen Teil ihrer Feuchtigkeit verlieren, was für die Teigzubereitung vorteilhaft ist.

Das Grundverhältnis beträgt ungefähr 500 Gramm gekochte Kartoffeln, 100 bis 150 Gramm Mehl (Type 405) und eine Prise Salz. Manche Köche fügen auch ein Ei hinzu, das dem Teig Zusammenhalt gibt, andere schwören auf die Variante ohne Ei als die echte. Beide Versionen funktionieren – es kommt auf die persönliche Vorliebe und die konkreten Kartoffeln an, mit denen man arbeitet.

Das Verfahren beginnt damit, dass man die Kartoffeln auf einer bemehlten Arbeitsfläche reibt oder durch eine Kartoffelpresse drückt. Niemals mit dem Mixer oder Handmixer aufschlagen – dabei würde zu viel Stärke freigesetzt und der Teig würde gummiartig werden. Mehl und Salz hinzufügen und, wenn gewünscht, auch ein Eigelb, und alles schnell, aber sanft zu einem glatten Teig verarbeiten. Das Schlüsselwort ist schnell – je weniger man den Teig knetet, desto besser. Zu langes Kneten aktiviert das Gluten im Mehl und das Ergebnis wären feste, gummiartige Klößchen statt der luftigen, nach denen man sich sehnt.

Den fertigen Teig in mehrere Teile aufteilen und jeden davon auf einer bemehlten Fläche zu einer Rolle mit einem Durchmesser von etwa zwei Zentimetern ausrollen. Mit einem scharfen Messer die Rollen dann in etwa zwei Zentimeter lange Stücke schneiden. Hier kommt der poetische Teil der Zubereitung: Wer Gnocchi wirklich auf italienische Art möchte, zieht jedes Stück über die gezahnte Seite einer Gabel oder ein spezielles Holzbrett namens „rigagnocchi". Dadurch entstehen charakteristische Rillen, die nicht nur hübsch aussehen, sondern auch eine praktische Funktion haben – sie nehmen die Soße besser auf.

Die gekochten Gnocchi portionsweise in einen großen Topf mit stark gesalzenem, kochendem Wasser geben. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen – das dauert in der Regel zwei bis drei Minuten. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und sofort zur vorbereiteten Soße geben. Gnocchi warten zu lassen macht keinen Sinn – sie würden schnell zusammenkleben.

Inspiration aus dem echten Leben: Wie eine Portion Reste eine ganze Familie satt machte

Stellen Sie sich eine Situation vor, die gar nicht so ungewöhnlich ist: Am Sonntagabend bleiben nach dem Mittagessen vier größere gekochte Kartoffeln übrig. Sie sind nicht interessant genug, um sie einfach so zu essen, und doch zu schade, um im Müll zu landen. Genau in einem solchen Moment kommt dieses Rezept ins Spiel. Aus jenen vier Kartoffeln, etwas Mehl und einem Ei entsteht am Montagabend ein vollwertiges Abendessen für vier Personen – man muss nur eine einfache Soße aus Tomaten und Knoblauch hinzufügen, oder nur geklärte Butter mit Salbei, was eine klassische italienische Kombination ist, die zu Gnocchi wohl am besten von allem passt.

Genau das ist die Philosophie des verantwortungsvollen Kochens, die in den letzten Jahren immer mehr Anhänger findet. Es wird nicht nach der perfekten Zutat in der perfekten Menge gesucht – es wird nach Kreativität und der Bereitschaft gesucht, mit offenem Geist an das Kochen heranzugehen. Organisationen wie Too Good To Go oder verschiedene Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen betonen immer wieder, dass die größten Veränderungen im Konsumverhalten genau in der Küche entstehen, in alltäglichen Entscheidungen darüber, was man aus dem kocht, was man hat.

Flat-lay of leftover potatoes, flour, egg and freshly shaped gnocchi on a marble surface

Variationen und Tipps für verschiedene Geschmäcker

Das Grundrezept ist ein großartiger Ausgangspunkt, aber der eigentliche Spaß beginnt, wenn man es anzupassen beginnt. In den Teig kann man einen Löffel Ricotta für extra Zartheit einarbeiten, eine Handvoll geriebenen Parmesan für sämige Tiefe oder etwas Muskatnuss, die hervorragend zu Kartoffeln passt. Wer bunte Gnocchi möchte, kann Spinatpüree hinzufügen – das Ergebnis ist nicht nur optisch attraktiv, sondern auch geschmacklich interessant.

Was Soßen betrifft, sind die Möglichkeiten praktisch unbegrenzt. Zu den beliebtesten gehören:

  • Burro e salvia – geklärte Butter mit frischem Salbei, ein schneller und dennoch luxuriöser Klassiker
  • Sugo al pomodoro – einfache Tomatensoße mit Knoblauch und Basilikum
  • Gorgonzola e noci – cremige Soße mit Gorgonzola und Walnüssen
  • Pesto alla genovese – Basilikum-Pesto, das die Gnocchi in ein sommerliches Festmahl verwandelt

Für diejenigen, die noch weiter gehen möchten, gibt es die Technik namens „Gnocchi alla romana", bei der die fertigen Klößchen in eine Auflaufform umgefüllt, mit Käse bestreut und kurz im Ofen überbacken werden. Es entsteht ein Gericht, das innen zart und außen knusprig ist – und das niemand am Tisch aufhören möchte zu essen.

Ein wichtiger praktischer Tipp: Wenn man die Gnocchi nicht sofort kochen möchte, können sie eingefroren werden. Man muss sie nur auf einem bemehlten Blech so ausbreiten, dass sie sich nicht berühren, und für eine Stunde in den Gefrierschrank legen. Sobald sie fest sind, in einen Beutel oder Behälter umfüllen. Beim Kochen dann direkt gefroren in kochendes Wasser geben – nur eine oder zwei Minuten länger einplanen und das Ergebnis ist praktisch identisch mit frischen.

Gnocchi aus übrig gebliebenen Kartoffeln sind der Beweis, dass nachhaltiges Kochen weder langweilig noch ein Kompromiss sein muss. Im Gegenteil – genau die Einschränkungen, die uns Reste auferlegen, zwingen uns zur Kreativität, lassen uns anders über Zutaten nachdenken und Kombinationen entdecken, auf die wir sonst nie gekommen wären. Die italienische Küche kennt diese Weisheit seit jeher und gibt sie von Generation zu Generation weiter – nicht durch ausgeklügelte Techniken, sondern durch einfache Rezepte wie genau dieses. Probieren Sie es aus – und Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass übrig gebliebene Kartoffeln nie mehr im Müll landen.

Teilen Sie dies
Kategorie Suche Warenkorb