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Wie man richtig atmet für besseren Schlaf und bessere Leistung

Atmung ist eine der wenigen Körperfunktionen, die automatisch ablaufen, sich aber gleichzeitig bewusst beeinflussen lassen. Wir tun es etwa 20.000 Mal am Tag, ohne darüber nachzudenken – und dennoch atmen die meisten von uns falsch. Nicht dramatisch falsch, nicht so, dass es sofort sichtbar wäre, aber auf eine Weise, die schleichend und still die Schlafqualität, das Stressniveau, die sportliche Leistung und die allgemeine Gesundheit beeinflusst. Die Frage lautet also: Was würde passieren, wenn wir dem Atem zumindest einen Bruchteil der Aufmerksamkeit widmen würden, die wir der Ernährung oder der Bewegung schenken?

Die Antwort ist überraschend weitreichend. Forschungen der letzten zwei Jahrzehnte zeigen, dass die Art, wie wir atmen – also ob wir durch den Mund oder die Nase atmen, ob wir flach oder tief, schnell oder langsam atmen – direkte Auswirkungen auf das Nervensystem, das hormonelle Gleichgewicht, die Qualität des von den Zellen aufgenommenen Sauerstoffs und auf die Schlafstruktur hat. Und dennoch wird dieses Thema im Alltag nahezu übersehen.


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Die Nase ist nicht nur Zierde: Was passiert, wenn wir richtig atmen

Die Nase ist das primäre Atemorgan des Menschen, und das aus sehr guten Gründen. Die durch die Nasenhöhle strömende Luft wird gefiltert, befeuchtet und auf Körpertemperatur erwärmt, noch bevor sie die Lungen erreicht. Die Nasenschleimhaut fängt Staub, Bakterien und Viren ab und fungiert damit als erste Verteidigungslinie des Immunsystems. Das allein sollte ein ausreichender Grund sein, damit Menschen aufhören, durch den Mund zu atmen – doch die Physiologie geht noch weiter.

Die Nase setzt beim Atmen Stickstoffmonoxid frei, einen Stoff, der entscheidenden Einfluss auf die Gefäßerweiterung und den Sauerstofftransport im Körper hat. Dieser Effekt wurde ausführlich beispielsweise in einer Arbeit schwedischer Wissenschaftler des Karolinska Institutet beschrieben, die feststellten, dass das in den Nasenhöhlen produzierte Stickstoffmonoxid die Fähigkeit der Lungen, Sauerstoff aufzunehmen, deutlich erhöht. Mit anderen Worten: Selbst wenn das Luftvolumen gleich wäre, versorgt die Nasenatmung die Zellen mit mehr verwertbarem Sauerstoff als die Mundatmung. Das ist ein grundlegender Unterschied, der sich sowohl beim Sport als auch bei alltäglichen Aktivitäten bemerkbar macht.

Eng damit zusammen hängt auch der sogenannte Bohr-Effekt – ein biochemisches Prinzip, das beschreibt, dass Sauerstoff in Gegenwart von Kohlendioxid effizienter aus dem Hämoglobin ins Gewebe freigesetzt wird. Viele Menschen wissen dabei nicht, dass schnelles und flaches Mundatmen zu einer Senkung des CO₂-Spiegels im Blut führt, was paradoxerweise die Sauerstoffversorgung des Gewebes verschlechtert. Der Körper reagiert dann mit einer weiteren Beschleunigung der Atmung, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Das Ergebnis ist chronische Müdigkeit, schlechte Konzentration und das Gefühl, nie genug zu atmen – obwohl man in Wirklichkeit zu viel atmet.

Der Schriftsteller und investigative Journalist James Nestor verbrachte Jahre mit dem Studium der Atemwissenschaft und fasst in seinem Buch Breath die Erkenntnisse aus Dutzenden wissenschaftlicher Studien und eigener Experimente zusammen. Eine seiner Schlussfolgerungen klingt einfach, ist aber treffend: „Die Art, wie wir atmen, verändert buchstäblich die Struktur unseres Körpers." Nestor dokumentiert, wie die moderne Lebensweise – weiche Nahrung, sitzende Berufe, überheizte Räume – dazu geführt hat, dass die Menschen als Spezies verlernt haben, durch die Nase zu atmen, und wie sich das in der Verkleinerung der Atemwege und in der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung niederschlägt.

Atmung und Stress: Wie das Nervensystem auf jeden Atemzug reagiert

Die Verbindung zwischen Atmung und Nervensystem ist direkt und unmittelbar. Jedes Einatmen aktiviert das sympathische Nervensystem – jenes, das die „Kampf-oder-Flucht"-Reaktion steuert. Jedes Ausatmen aktiviert hingegen das parasympathische Nervensystem, das für Ruhe, Regeneration und Verdauung zuständig ist. Tempo und Tiefe des Atems schalten also buchstäblich zwischen dem Zustand der Alarmbereitschaft und dem Zustand der Erholung um.

Wenn ein Mensch Stress erlebt – sei es beruflicher Druck, ein Familienkonflikt oder nur ein überquellender E-Mail-Posteingang – beschleunigt sich die Atmung automatisch und wird flacher. Der Körper bereitet damit die Muskeln auf Aktion vor, erhöht die Herzfrequenz und mobilisiert Energiereserven. Das Problem entsteht dann, wenn dieser Zustand Stunden oder Tage anhält, ohne dass ihm körperliche Aktivität und tatsächliche Entspannung folgen. Chronisch beschleunigte Atmung hält das Nervensystem im Alarmzustand, erhöht den Cortisolspiegel und hindert den Körper an der Regeneration.

Die gute Nachricht ist, dass dieser Mechanismus auch umgekehrt funktioniert. Bewusstes Verlangsamen der Atmung und Verlängern des Ausatmens aktiviert das parasympathische Nervensystem und senkt die physiologische Stressreaktion – und das innerhalb weniger Minuten. Dieses Prinzip nutzen Techniken wie die kohärente Atmung (etwa 5–6 Atemzüge pro Minute), die Resonanzatmung oder die 4-7-8-Methode, bei der das Einatmen vier Sekunden dauert, das Anhalten des Atems sieben Sekunden und das Ausatmen acht Sekunden. Wissenschaftlich fundierte Ergebnisse dieser Techniken wurden beispielsweise von Wissenschaftlern des HeartMath Institute beschrieben, die sich langfristig mit der Beziehung zwischen Herzrhythmus, Atmung und emotionalem Gleichgewicht befassen.

Nehmen wir als Beispiel Jan, einen vierunddreißigjährigen Projektmanager, der unter chronischen Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit litt. Nach einem Arztbesuch, bei dem keine organische Ursache gefunden wurde, begann Jan mit einem Atemtherapeuten zu arbeiten. Es stellte sich heraus, dass Jan durchschnittlich 18–20 Mal pro Minute atmete (die Norm liegt bei 12–16), überwiegend durch den Mund und fast ausschließlich in den Brustkorb. Nach sechs Wochen Training der nasalen Zwerchfellatmung sank seine Atemfrequenz auf 10–12 Atemzüge pro Minute, die Kopfschmerzen verschwanden und die Schlafqualität verbesserte sich deutlich. Jans Geschichte ist keine Ausnahme – ähnliche Erfahrungen beschreiben Tausende von Menschen, die sich bewusst der Atemarbeit gewidmet haben.

Die Zwerchfellatmung spielt im gesamten Prozess eine Schlüsselrolle. Das Zwerchfell ist der größte Atemmuskel, der bei korrekter Funktion die inneren Organe massiert, das Lymphsystem unterstützt und den Vagusnerv – Nervus vagus – aktiviert, der der wichtigste Kommunikationskanal zwischen Gehirn und Darm ist. Flache Brustatmung nutzt das Zwerchfell kaum, wodurch eine ganze Reihe von Nebeneffekten verloren geht, die richtiges Atmen mit sich bringt.

Schlaf, Leistung und was in der Nacht passiert

Das vielleicht am wenigsten erforschte, aber zugleich wichtigste Thema ist der Einfluss der Atmung auf die Schlafqualität. Es wird geschätzt, dass etwa 30 % der erwachsenen Bevölkerung an irgendeiner Form von Atemstörungen während des Schlafs leiden – von leichtem Schnarchen über das Upper-Airway-Resistance-Syndrom bis hin zur obstruktiven Schlafapnoe, bei der es zu wiederholten Atemstillständen kommt. Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation sind Schlafstörungen ein globales Gesundheitsproblem, wobei ihr Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Depressionen gut dokumentiert ist.

Mundatmung während des Schlafs erhöht dabei deutlich das Risiko für Schnarchen und Schlafapnoe, da sie den Muskeltonus im Rachenbereich senkt und die Druckverhältnisse in den Atemwegen verändert. Nasenatmung hingegen hält die Atemwege besser durchgängig, erhöht die Sauerstoffsättigung und fördert tiefere Schlafphasen, einschließlich der REM-Phase, die für die Gedächtniskonsolidierung und emotionale Verarbeitung entscheidend ist.

Ein einfaches, aber umstrittenes Hilfsmittel, das in den letzten Jahren Aufmerksamkeit erlangt hat, ist das sogenannte Mouth Taping – das Zukleben des Mundes vor dem Schlafengehen mit einem speziellen Pflaster, um den Körper zur Nasenatmung zu zwingen. Die Methode hat sowohl Gegner als auch Befürworter, und vor dem Ausprobieren ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren, insbesondere wenn man unter chronischen Problemen mit der Nasendurchgängigkeit leidet. Dennoch deuten Pilotstudien, wie die im Journal of Clinical Sleep Medicine veröffentlichte, darauf hin, dass diese Technik bei Patienten mit leichter Schlafapnoe den Apnoe-Hypopnoe-Index senken und die allgemeine Schlafqualität verbessern kann.

Was die sportliche Leistung betrifft, ist der Einfluss der Atmung ebenfalls grundlegend, und immer mehr Trainer und Sportler werden sich dessen bewusst. Nasenatmung bei aerober Belastung verlangsamt den CO₂-Abtransport, wodurch – wie oben beschrieben – die Sauerstoffverwertung in den Muskeln verbessert wird. Zudem zwingt sie Sportler, ein langsameres, kontrollierteres Tempo beizubehalten, was langfristig die aerobe Grundlage aufbaut und das Risiko des Übertrainings senkt. Methoden wie Buteyko oder der Ansatz von Patrick McKeown, dem Autor des Buches The Oxygen Advantage, werden heute von Spitzensportlern auf der ganzen Welt genutzt – von Triathleten bis hin zu Rugbyspielern.

Der Umstieg auf Nasenatmung beim Sport ist anfangs unangenehm. Der Körper, der an große Luftmengen durch den Mund gewöhnt ist, muss sich an eine niedrigere Atemfrequenz anpassen. Diese Anpassung dauert in der Regel zwei bis vier Wochen und erfordert eine vorübergehende Reduzierung der Trainingsintensität. Das Ergebnis ist jedoch eine deutlich effizientere Arbeit mit Sauerstoff, bessere Regeneration und paradoxerweise auch höhere Leistungsfähigkeit bei geringerer subjektiver Anstrengung.

Wie also anfangen? Man braucht keine teure Ausrüstung und keinen spezialisierten Kurs. Der erste Schritt ist das bloße Bewusstwerden – darauf achten, wie wir in Ruhe, bei der Arbeit, beim Gehen atmen. Atmen wir durch den Mund oder die Nase? Atmen wir in den Brustkorb oder in den Bauch? Ist der Atem leise oder hörbar? Diese einfachen Fragen können überraschend aufschlussreich sein. Der zweite Schritt ist bewusstes Verlangsamen – fünf Minuten am Tag ausschließlich durch die Nase atmen, mit Betonung auf ein verlängertes Ausatmen. Der dritte Schritt ist, der Nacht Aufmerksamkeit zu schenken und festzustellen, ob man morgens mit offenem Mund, trockenem Hals oder Kopfschmerzen aufwacht – das sind klare Signale für nächtliche Mundatmung.

Die Atmung ist die einzige autonome Körperfunktion, die wir direkt bewusst kontrollieren können. Diese außergewöhnliche Eigenschaft macht sie zu einem mächtigen Werkzeug zur Beeinflussung der Gesundheit – für jeden zugänglich, jederzeit und kostenlos. In einer Zeit, in der Menschen Tausende von Euro für Nahrungsergänzungsmittel, spezielle Matratzen und Meditations-Apps ausgeben, erscheint es fast ironisch, dass eines der wirksamsten Gesundheitswerkzeuge buchstäblich vor der Nase liegt – oder vielmehr direkt in ihr.

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