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Wir beraten Sie, wie Sie Morgenübelkeit bei der Arbeit bewältigen können

Morgendliche Übelkeit gehört zu den unangenehmsten körperlichen Empfindungen, die einen Menschen treffen können – besonders dann, wenn sie in dem Moment auftreten, in dem man sich für die Arbeit fertig macht oder diese bereits ausübt. Ob es sich um Übelkeit handelt, die mit einer Schwangerschaft, Stress, falscher Ernährung oder einfach einem instabilen Magen nach einer unruhigen Nacht zusammenhängt – das Ergebnis ist meist dasselbe: Man fühlt sich erschöpft, unkonzentriert und fragt sich, wie man den Vormittag überhaupt überstehen soll. Dennoch gibt es bewährte Methoden, mit diesem Zustand umzugehen, ohne gleich krankschreiben lassen zu müssen.

Morgendliche Übelkeit in der Schwangerschaft ist wahrscheinlich die bekannteste Form dieses Zustands. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind bis zu 80 % der schwangeren Frauen im ersten Trimester von Übelkeit und Erbrechen betroffen, wobei etwa ein Drittel von ihnen die Beschwerden auch tagsüber – also auch während der Arbeitszeit – verspürt. Doch morgendliche Übelkeit ist keineswegs ein Privileg Schwangerer. Stresshormone, Schlafmangel, Reflux, niedriger Blutzucker oder eine ungeeignete Frühstücksmahlzeit können bei praktisch jedem ähnliche Symptome verursachen. Und gerade am Arbeitsplatz, wo es nicht immer möglich ist, sich einfach hinzulegen oder nach Hause zu gehen, wird diese Situation zu einer echten Herausforderung.


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Was hinter morgendlicher Übelkeit steckt und warum man sie nicht ignorieren sollte

Bevor man nach Lösungen sucht, lohnt es sich zu verstehen, was hinter der Übelkeit eigentlich steckt. Eine der häufigsten Ursachen ist ein niedriger Blutzuckerspiegel nach dem nächtlichen Fasten. Der Körper schöpft die ganze Nacht aus seinen Energiereserven, und wenn er morgens nicht genügend Nährstoffe bekommt, kann er mit Übelkeit, Schwindel oder allgemeiner Schwäche reagieren. Einen ähnlichen Effekt haben auch plötzliche Lagewechsel – rasches Aufstehen aus dem Bett verursacht einen Blutdruckabfall, der sich durch Schwindel oder ein Würgegefühl bemerkbar macht.

Ein weiterer Schuldiger ist Stress und Angst. Das Nervensystem und der Verdauungstrakt sind eng miteinander verbunden – Wissenschaftler bezeichnen diese Verbindung als „Gut-Brain-Axis", also die Darm-Hirn-Achse. Wenn jemand mit einem Gefühl der Anspannung aufwacht, sich vor beruflichen Verpflichtungen sorgt oder eine schlechte Nacht hinter sich hat, reagiert sein Verdauungssystem darauf fast augenblicklich. Übelkeit vor einer wichtigen Präsentation oder einem Meeting ist also nicht nur „Einbildung" – es handelt sich um eine echte physiologische Reaktion des Körpers auf psychischen Druck.

Eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen auch Qualität und Zusammensetzung des Frühstücks – oder dessen völliges Fehlen. Zu fettes, schweres oder würziges Essen am Morgen kann das Verdauungssystem überlasten, während ein leerer Magen wiederum überschüssige Säure produziert, die die Schleimhaut reizt. Ähnlich wirkt starker Kaffee auf nüchternen Magen – Koffein wird zwar von vielen als Wachmacher geschätzt, kann den Magen ohne Nahrung jedoch gründlich durcheinanderwirbeln.

Stellen wir uns eine konkrete Situation vor: Jana arbeitet als Projektmanagerin, steht jeden Morgen um sechs Uhr auf, isst höchstens eine halbe Scheibe Toastbrot und trinkt eine große Tasse schwarzen Kaffee. Dann steigt sie in die überfüllte U-Bahn und kommt im Büro an, wo sie eine Flut von E-Mails und eine morgendliche Besprechung erwartet. Kein Wunder, dass sie gegen neun Uhr regelmäßig Übelkeitswellen erlebt, die sie dazu zwingen, den Besprechungsraum zu verlassen. Dabei genügen verhältnismäßig kleine Änderungen in der Routine, um die Situation deutlich zu verbessern.

Praktische Wege, Übelkeit direkt am Arbeitsplatz zu bewältigen

Wenn die Übelkeit unerwartet kommt und man gerade bei der Arbeit ist, ist es am wichtigsten, nicht in Panik zu verfallen und einige einfache Hilfsmittel zur Hand zu haben. Frische Luft gehört zu den ersten und zugänglichsten Mitteln – ein kurzer Gang nach draußen oder zumindest das Öffnen eines Fensters kann erhebliche Erleichterung bringen. Kühle Luft verlangsamt die Überhitzung des Organismus und hilft, das autonome Nervensystem zu stabilisieren, das die Übelkeit auslöst.

Sehr wirksam ist Ingwer, dessen übelkeitshemmende Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Laut einer Studie, die in der Zeitschrift Integrative Medicine Insights veröffentlicht wurde, zeigt Ingwerextrakt eine vergleichbare Wirksamkeit wie einige rezeptfreie Medikamente gegen Übelkeit – und das ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Ingwertee, Ingwerbonbons oder einfach getrockneter Ingwer in der Handtasche oder der Schreibtischschublade können in einem Moment der Krise eine echte Rettung sein. Ähnlich wirkt auch Pfefferminze – ob als Tee, ätherisches Öl auf den Schläfen oder zuckerfreier Kaugummi.

Ein weiteres bewährtes Hilfsmittel ist der Akupressurpunkt P6, der sich etwa drei Fingerbreit über dem Handgelenk auf der Innenseite des Unterarms befindet. Leichter Druck auf diese Stelle für ein bis zwei Minuten kann das Übelkeitsgefühl lindern. Es gibt sogar spezielle Akupressur-Armbänder, ursprünglich für Reisekrankheit gedacht, die nach demselben Prinzip funktionieren und auch im Büro unauffällig getragen werden können.

Flüssigkeitszufuhr spielt eine oft unterschätzte Rolle. Dehydrierung selbst verursacht Übelkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit – also genau jene Symptome, die morgendliche Übelkeit begleiten oder verschlimmern. Eine ausreichende Zufuhr von reinem Wasser, am besten mit etwas Zitronensaft oder einer Scheibe Ingwer, hilft dem Körper, sich zu stabilisieren und das Gleichgewicht zu halten. Kohlensäurehaltige Getränke, Säfte und Energydrinks können die Situation hingegen verschlimmern.

Wie die Ernährungsberaterin und Autorin von Büchern über funktionelle Ernährung Giulia Enders einmal sagte: „Der Darm ist das zweite Gehirn – und wenn wir ihn nicht mit Respekt behandeln, wird er uns das bald zu spüren geben." Diese Worte beschreiben treffend, warum die Pflege des Verdauungssystems nicht nur für die körperliche Gesundheit, sondern auch für die alltägliche Leistungsfähigkeit so entscheidend ist.

Was die Ernährung während des Arbeitstages betrifft, ist Regelmäßigkeit und Leichtigkeit der Schlüssel. Kleine Mahlzeiten in kürzeren Abständen halten den Blutzucker stabil und beugen dem unangenehmen Gefühl eines leeren Magens vor, das Übelkeit auslöst. Geeignete Snacks sind zum Beispiel Bananen, getrocknetes Obst, Vollkorncracker oder ein Haferkeks. Gebratene Speisen, starker Kaffee und Alkohol hingegen – auch wenn das im Arbeitsumfeld selbstverständlich erscheinen mag – sollten vermieden oder zumindest eingeschränkt werden.

Nicht weniger wichtig ist die Körperhaltung. Gebückt über der Tastatur zu sitzen drückt das Zwerchfell und die Verdauungsorgane zusammen, was die Übelkeit verstärkt. Aufrechtes Sitzen, idealerweise mit kurzen Dehnpausen, unterstützt die Verdauung und das allgemeine Wohlbefinden. Wenn es die Situation erlaubt, ist ein kurzer Spaziergang auf dem Flur oder draußen nach dem Mittagessen eine der einfachsten Möglichkeiten, die Verdauung zu fördern und nachmittäglichen Übelkeitswellen vorzubeugen.

Vorbeugung ist immer besser als Feuerlöschen

Mit akuter Übelkeit umzugehen ist eine Sache, aber noch effektiver ist es, den Alltag so zu gestalten, dass Übelkeit so selten wie möglich auftritt. Die Grundlage ist Schlaf – unzureichende oder schlechte Erholung stört das hormonelle Gleichgewicht, erhöht den Cortisolspiegel und beeinflusst das Verdauungssystem direkt. Erwachsene sollten idealerweise sieben bis neun Stunden schlafen, wobei eine regelmäßige Einschlaf- und Aufwachzeit dem Körper hilft, seine biologische Uhr einzustellen.

Eine Morgenroutine, die genug Zeit für das Frühstück lässt und unnötige Hektik vermeidet, ist ein weiterer Schlüsselfaktor. Zwanzig Minuten früher aufzustehen, um in Ruhe im Sitzen essen zu können, klingt nach einer Kleinigkeit, ist für das Verdauungssystem jedoch ein wesentlicher Unterschied. Ein geeignetes Frühstück sollte leicht, aber nahrhaft sein – Haferbrei mit Obst, Vollkorntoast mit Avocado oder Joghurt mit Granola sind Beispiele für Mahlzeiten, die Energie liefern, ohne den Magen unnötig zu belasten.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen schwangere Frauen, für die morgendliche Übelkeit bei der Arbeit ein spezifisches und sehr reales Problem darstellt. Zusätzlich zu den oben genannten Empfehlungen raten Ärzte ihnen oft, trockene Cracker oder Vollkornsüßigkeiten griffbereit zu haben, die sie noch vor dem Aufstehen aus dem Bett essen können – vorbeugend, bevor der Magen zu rebellieren beginnt. Wichtig ist auch, starke Gerüche zu meiden, die in der Schwangerschaft besonders intensiv wahrgenommen werden und sofort Übelkeit auslösen können. Ein parfümiertes Büro oder die Mikrowelle in der Kantine können so zu unerwarteten Feinden werden.

Für diejenigen, die unter stressbedingter Übelkeit leiden, ist die Arbeit an der Bewältigung psychischer Belastungen eine langfristige Prävention. Techniken wie bewusstes Atmen, kurze Meditation am Morgen oder regelmäßige körperliche Aktivitäten senken den Stresshormonspegel und stärken die Widerstandsfähigkeit des Nervensystems. Apps wie Headspace oder Calm bieten kurze Übungen an, die sich in zwanzig Minuten vor der Arbeit bewältigen lassen, und ihre Wirkung auf stressbedingte Verdauungsbeschwerden ist nachweisbar.

Es ist auch erwähnenswert, dass natürliche Nahrungsergänzungsmittel bei der Vorbeugung von Übelkeit eine Rolle spielen können. Vitamin B6 wird beispielsweise von Gynäkologen schwangeren Frauen als sichere Unterstützung bei morgendlicher Übelkeit empfohlen. Probiotika wiederum helfen, eine gesunde Darmmikrobiota zu erhalten, die direkt beeinflusst, wie der Körper auf Stress und körperliche Schwankungen reagiert. Bei der Wahl von Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt es sich stets, die Entscheidung mit einem Arzt oder Apotheker abzusprechen, besonders in der Schwangerschaft.

Morgendliche Übelkeit bei der Arbeit muss kein Schicksal sein, mit dem man sich einfach abfinden muss. Mit etwas Aufmerksamkeit für den eigenen Körper, richtiger Ernährung, ausreichend Ruhe und einigen praktischen Hilfsmitteln in der Reserve lässt sich auch dieses unangenehme Hindernis überwinden – und der Morgen bei der Arbeit kann wieder mit einem ruhigen Kopf und einem ruhigen Magen angegangen werden.

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