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Jeder von uns kennt das. Man steht vor den bunten Containern, hält einen Joghurtbecher in der Hand und überlegt, ob man ihn in den gelben Container werfen soll oder ob das eigentlich sinnlos ist. Irgendwo im Hinterkopf meldet sich ein Zweifel: Wird das überhaupt wirklich recycelt, oder landet am Ende alles auf einem Haufen? Dieses Gefühl der Unsicherheit teilen überraschend viele Menschen, und man muss sagen, dass es nicht völlig unbegründet ist. Recycling in Tschechien funktioniert nämlich besser, als viele Skeptiker glauben, aber gleichzeitig schlechter, als es die optimistischen Zahlen vermuten lassen, die gelegentlich in den Medien auftauchen. Schauen wir uns an, was aus unserem getrennten Abfall wirklich recycelt wird, was auf der Deponie landet und warum es wichtig ist, weiter zu trennen, auch wenn das System nicht perfekt ist.

Tschechien gehört innerhalb Europas zu den Ländern mit einer relativ hohen Abfalltrennungsquote. Laut Daten der Gesellschaft EKO-KOM, die das System der Rücknahme und Recycling von Verpackungsabfällen betreibt, trennt der durchschnittliche Tscheche jährlich über 70 Kilogramm Abfall. Das ist eine Zahl, die uns über den europäischen Durchschnitt stellt und die davon zeugt, dass sich die Gewohnheit der Abfalltrennung in der tschechischen Gesellschaft recht gut verwurzelt hat. Doch zwischen Trennung und tatsächlichem Recycling klafft eine Lücke, über die weniger gesprochen wird. Getrennter Abfall bedeutet nämlich nicht automatisch recycelter Abfall. Ein Teil dessen, was wir gewissenhaft in die bunten Container sortieren, lässt sich aus verschiedensten Gründen nicht recyceln – sei es wegen Verschmutzung, ungeeigneter Materialien oder schlicht deshalb, weil für die betreffende Abfallart keine ausreichende Verarbeitungskapazität vorhanden ist.

Beginnen wir mit dem Material, das beim Recycling am besten abschneidet – mit Papier und Glas. Papier wird in Tschechien mit hoher Erfolgsquote recycelt, die tatsächliche Recyclingquote von Papierabfall wird auf über 80 Prozent geschätzt. Die Papierfabriken im Inland verfügen über ausreichende Kapazitäten und die Nachfrage nach Altpapier ist stabil. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Fettiger Pizzakarton, mit Plastikfolie beschichtetes Papier oder nasse Zeitungen aus einem undichten Container sind Materialien, die von den Recyclinganlagen aussortiert werden. Aber insgesamt ist Papier ein Beispiel für einen relativ gut funktionierenden Recyclingkreislauf. Ähnlich verhält es sich mit Glas. Buntes und klares Glas wird in Tschechien erfolgreich recycelt und bei der Herstellung neuer Flaschen, Gläser oder etwa Dämmmaterialien verwendet. Glas hat zudem den Vorteil, dass es praktisch endlos recycelt werden kann, ohne an Qualität zu verlieren. Die Recyclingquote von Glas in Tschechien liegt bei etwa 75 bis 80 Prozent, was ein sehr solides Ergebnis ist.

Komplizierter wird die Situation bei Kunststoffen, und genau hier entstehen die meisten Zweifel am Sinn der Abfalltrennung. Kunststoffe sind eine äußerst vielfältige Materialgruppe. PET-Flaschen, die einen erheblichen Teil des Inhalts der gelben Container ausmachen, werden relativ gut recycelt – in Tschechien gibt es Verarbeitungsanlagen, die daraus Fasern für die Textilindustrie, Folien oder neue Flaschen herstellen. Die Recyclingquote von PET-Flaschen ist relativ hoch und dieses Material hat auf dem Markt einen stabilen Wert. Doch der gelbe Container besteht nicht nur aus PET-Flaschen. Hinein gehören auch Polystyrolverpackungen, Folien, Beutel, Becher, Tuben und eine ganze Reihe weiterer Kunststoffprodukte. Und hier beginnen die Probleme. Viele Kunststoffarten sind technisch sehr schwierig oder wirtschaftlich unrentabel zu recyceln. Mehrschichtverpackungen, die Kunststoff mit Aluminium oder Papier kombinieren, sind ein klassisches Beispiel für ein Material, mit dem die Recyclingtechnologie nur schwer zurechtkommt. Ähnlich problematisch sind verschmutzte Lebensmittelverpackungen oder kleine Kunststoffgegenstände, die durch das Sieb der Sortieranlagen fallen.

Schätzungen zufolge, die auf Daten des Umweltministeriums und Fachstudien basieren, werden in Tschechien tatsächlich etwa 30 bis 40 Prozent des getrennt gesammelten Kunststoffabfalls recycelt. Der Rest landet häufig als sogenannter Ersatzbrennstoff in Zementwerken oder Heizkraftwerken, wird also energetisch verwertet, was besser als Deponierung ist, aber immer noch kein Recycling im eigentlichen Sinne darstellt. Und ein Teil – wenn auch kleiner als in der Vergangenheit – landet tatsächlich auf Deponien. Ist das frustrierend? Zweifellos. Aber es ist wichtig, den Kontext zu verstehen. Auch der Teil der Kunststoffe, der energetisch verwertet wird, stellt eine bessere Variante dar, als wenn er auf einer Deponie landen würde, wo er sich Hunderte von Jahren zersetzen würde.

Ein interessantes Kapitel ist die Trennung von Metallverpackungen, die in Tschechien immer noch nicht so verbreitet ist wie die Trennung von Kunststoffen oder Papier. Dabei gehören Metalle zu den Materialien mit der weltweit höchsten Recyclingquote. Aluminiumdosen lassen sich praktisch ohne Qualitätsverlust recyceln, und ihre Wiederherstellung aus Recyclingmaterial verbraucht bis zu 95 Prozent weniger Energie als die Herstellung aus Primärrohstoffen, wie etwa die Europäische Umweltagentur angibt. In vielen Städten und Gemeinden werden Metallverpackungen zusammen mit Kunststoffen in die gelben Container sortiert und dann in den Sortieranlagen mithilfe von Magneten und Wirbelströmen separiert. Das System funktioniert, könnte aber besser funktionieren, wenn die Menschen mehr darüber wüssten.

Schauen wir uns aber die andere Seite der Medaille an – das, was wirklich auf Deponien landet. Den größten Anteil des deponierten Abfalls in Tschechien bilden nicht schlecht getrennte Verpackungen, sondern gemischter Siedlungsabfall, also das, was wir in die schwarzen Mülltonnen werfen. Und genau im gemischten Abfall verbirgt sich ein enormes Verbesserungspotenzial. Analysen der Zusammensetzung von gemischtem Siedlungsabfall zeigen wiederholt, dass etwa 40 bis 60 Prozent seines Inhalts aus Materialien bestehen, die getrennt werden könnten – Bioabfall, Papier, Kunststoffe, Glas, Textilien. Mit anderen Worten: Auch Menschen, die trennen, werfen oft Dinge in den gemischten Abfall, die dort nicht hingehören. Und dann gibt es natürlich einen erheblichen Teil der Bevölkerung, der überhaupt nicht oder nur sporadisch trennt.

Ein Beispiel aus dem Alltag illustriert das perfekt. Stellen Sie sich eine Familie vor, die gewissenhaft PET-Flaschen, Papier und Glas trennt. Aber Kartoffelschalen, Kaffeesatz und Essensreste werfen sie in den gemischten Abfall. Alte Kleidung, die sie zum Textilcontainer bringen könnten, landet in der schwarzen Tonne. Kaputtes Plastikspielzeug, das theoretisch in den gelben Container könnte, werfen sie ebenfalls in den Restmüll. Das Ergebnis? Trotz guter Absichten schickt diese Familie jährlich Dutzende Kilogramm Abfall auf die Deponie, der dort nicht hätte landen müssen. Und wir sprechen hier von einer Familie, die sich bemüht.

Eine entscheidende Rolle im gesamten System spielt der Bioabfall, der den größten Bestandteil des gemischten Siedlungsabfalls bildet. In den letzten Jahren verbessert sich die Situation – immer mehr Gemeinden führen braune Container für Bioabfall ein, und seit 2024 sind Gemeinden verpflichtet, die Bioabfallsammlung ganzjährig sicherzustellen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn biologisch abbaubarer Abfall auf Deponien produziert Methan, das ein deutlich stärkeres Treibhausgas ist als Kohlendioxid. Laut dem Tschechischen Statistikamt werden in Tschechien immer noch etwa 45 Prozent des Siedlungsabfalls deponiert, auch wenn dieser Anteil allmählich sinkt.

Wie der berühmte Naturforscher und Naturschützer David Attenborough sagte: „Kein einzelner Mensch kann alle Probleme der Welt lösen, aber jeder kann zur Lösung beitragen." Und genau das gilt auch für das Recycling. Das System ist nicht perfekt, aber das bedeutet nicht, dass Abfalltrennung keinen Sinn hat.


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Was wird also wirklich recycelt und was nicht?

Zur besseren Übersicht lässt sich die Situation recht einfach zusammenfassen. Gut recycelt werden Papier, Glas, PET-Flaschen, Metallverpackungen und Getränkekartons (diese werden in spezialisierten Anlagen verarbeitet, auch wenn es davon in Tschechien nicht viele gibt). Schlechter recycelt werden mehrschichtige Kunststoffverpackungen, verschmutzte Kunststoffe, Polystyrol und kleine Kunststoffgegenstände. Auf Deponien landet vor allem gemischter Siedlungsabfall, der große Mengen an Bioabfall, Textilien und Materialien enthält, die hätten getrennt werden können, aber nicht getrennt wurden.

Die Zukunft des Recyclings in Tschechien hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Der erste ist die Gesetzgebung. Die Europäische Union drängt die Mitgliedstaaten zu ambitionierten Zielen – bis 2035 sollen mindestens 65 Prozent des Siedlungsabfalls recycelt werden und maximal 10 Prozent auf Deponien landen. Für Tschechien bedeutet das eine enorme Veränderung, denn aktuell sind wir von diesen Zielen noch recht weit entfernt. Das Abfallgesetz von 2020 erhöht schrittweise die Gebühren für die Deponierung, was Gemeinden und Unternehmen zu einem besseren Umgang mit Abfällen motivieren soll. Der zweite Faktor ist die Entwicklung von Verarbeitungstechnologien – das chemische Recycling von Kunststoffen, das sich noch in den Kinderschuhen befindet, könnte in Zukunft den Anteil recycelbarer Kunststoffe deutlich erhöhen. Und der dritte, vielleicht wichtigste Faktor, sind die Menschen selbst und ihre Bereitschaft, richtig und konsequent zu trennen.

Warum es sinnvoll ist zu trennen, auch wenn das System nicht perfekt ist

Es ist verständlich, dass man Frustration empfindet, wenn man erfährt, dass ein Teil des sorgfältig getrennten Abfalls nicht in der Recyclinganlage, sondern im Zementwerk oder sogar auf der Deponie landet. Aber das Trennen aufzugeben wäre die schlechteste aller möglichen Lösungen. Erstens wird ein großer Teil des Abfalls tatsächlich recycelt und in den Kreislauf zurückgeführt. Zweitens ist auch die energetische Verwertung besser als die Deponierung. Und drittens: Je mehr Menschen trennen und je besser sie trennen, desto größer ist der Druck auf den Ausbau von Verarbeitungskapazitäten und Technologien. Die Nachfrage nach recycelten Materialien wächst und mit ihr wächst auch die wirtschaftliche Motivation, in bessere Recyclingprozesse zu investieren.

Es gibt aber noch eine weitere Dimension, über die weniger gesprochen wird. Abfalltrennung verändert die Art und Weise, wie wir über die Dinge nachdenken, die wir kaufen und benutzen. Wenn man sich bewusst wird, wie viel Abfall man produziert und wie aufwendig dessen Verarbeitung ist, beginnt man ganz natürlich darüber nachzudenken, ob man noch eine weitere Plastikverpackung braucht, ob man statt der Plastiktüte eine Stofftasche verwenden könnte oder ob man Produkten mit einfacher Verpackung den Vorzug vor solchen geben sollte, die in drei Schichten Plastik eingepackt sind. Diese Verschiebung des Denkens hin zu einem nachhaltigeren Konsum ist vielleicht genauso wichtig wie das Recycling selbst.

Zum Abschluss ein praktischer Tipp. Wenn Sie wirklich effektiv trennen möchten, lernen Sie die Recyclingsymbole auf Verpackungen zu erkennen und nutzen Sie die App Kam s ním der Gesellschaft EKO-KOM, die Ihnen verrät, in welchen Container eine bestimmte Verpackung gehört. Achten Sie darauf, dass Verpackungen zumindest grob gereinigt sind – es reicht, den Joghurtbecher auszuspülen, Sie müssen ihn nicht blitzblank schrubben. Und vergessen Sie nicht den Bioabfall, Textilien und Elektroschrott, die ihre eigenen Sammelsysteme haben. Jedes richtig getrennte Stück Abfall ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Und wie die Daten zeigen, werden in Tschechien jeden Tag Millionen solcher kleinen Schritte gemacht – es müssen nur noch mehr werden, und sie müssen besser gemacht werden.

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