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Wenn man von postpartaler Depression spricht, denken die meisten Menschen sofort an eine Mutter, die nach der Geburt ihres Kindes mit emotionaler Erschöpfung kämpft. Das ist nachvollziehbar – über postpartale Depression bei Frauen wird immer häufiger gesprochen, es entstehen Unterstützungsprogramme, Aufklärungskampagnen und Fachberatungsstellen. Kaum jemand ist sich jedoch bewusst, dass genau dasselbe Problem auch einen frischgebackenen Vater treffen kann. Postpartale Depression bei Vätern ist ein Thema, das lange im Schatten geblieben ist, und obwohl Fachleute bereits seit vielen Jahren darauf hinweisen, herrscht in der Gesellschaft nach wie vor eine Art Schweigen. Als hätte ein Mann kein Recht darauf, dass ihn die Ankunft eines neuen Menschen auf der Welt anders als mit Freude und Stolz berührt.

Dabei sprechen die Zahlen ziemlich deutlich. Laut einer in Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlichten Metaanalyse betrifft die postpartale Depression etwa 8 bis 10 Prozent der Väter im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes. Einige neuere Studien, beispielsweise eine in der Zeitschrift Frontiers in Psychiatry veröffentlichte Untersuchung, deuten darauf hin, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher sein könnten, da viele Männer ihre Probleme nie melden. Die Gründe sind vielfältig – Scham, Unwissenheit, aber auch die tief verwurzelte Vorstellung, dass ein „richtiger Mann" doch nicht weint und alles alleine bewältigt.

Die Geschichte von Tomáš, einem dreiunddreißigjährigen Programmierer aus Brünn, veranschaulicht, wie leicht eine postpartale Depression bei einem Mann unbemerkt bleiben kann. Als vor zwei Jahren seine Tochter geboren wurde, empfand er zunächst riesige Freude. Doch innerhalb weniger Wochen begann er, sich zurückzuziehen. Er hörte auf, mit Kollegen zum Mittagessen zu gehen, konnte nachts nicht schlafen, obwohl seine Tochter bereits schlief, und verlor allmählich das Interesse an Dingen, die ihm früher Freude bereitet hatten. „Ich sagte mir, dass ich nur müde bin, dass es vorübergeht. Meine Frau hatte genug eigene Sorgen, ich wollte sie nicht belasten," erinnert er sich. Es dauerte fast ein halbes Jahr, bis ein Freund, selbst Vater zweier Kinder, den Satz sagte, der ihn dazu brachte, Hilfe zu suchen: „Hör mal, das, was du beschreibst, ist keine normale Müdigkeit." Tomáš begann schließlich, einen Psychologen aufzusuchen, und sagt heute, dass er damit höchstwahrscheinlich nicht nur seine psychische Gesundheit gerettet hat, sondern auch seine Beziehung.

Tomáš' Geschichte ist kein Einzelfall, aber sie ist eine der wenigen, die an die Oberfläche gelangen. Die meisten Männer mit postpartaler Depression suchen nämlich nie professionelle Hilfe auf. Und hier kommen wir zum Kern des Problems – dazu, warum postpartale Depression bei Vätern immer noch ein Tabu ist.


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Warum über postpartale Depression bei Männern nicht gesprochen wird

Die Gesellschaft hat ein eigenartiges Verhältnis zu männlichen Emotionen. Auf der einen Seite wird immer lauter gefordert, dass Männer offener sein und keine Angst haben sollen, über ihre Gefühle zu sprechen. Auf der anderen Seite bestehen aber Stereotypen fort, die besagen, dass ein Mann die Stütze, die Säule der Familie sein soll, derjenige, der alles zusammenhält. Wenn ein Kind geboren wird, richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit natürlicherweise auf die Mutter und das Neugeborene. Der Vater ist derjenige, der helfen, unterstützen und stark sein soll. Und genau in diesem Druck kann der Keim des Problems verborgen liegen.

Postpartale Depression bei Männern äußert sich dabei oft anders als bei Frauen, was ihre Erkennung erschwert. Während Frauen häufiger Traurigkeit, Weinen und Gefühle der Hilflosigkeit beschreiben, neigen Männer dazu, mit Reizbarkeit, Rückzug, erhöhtem Alkoholkonsum oder Workaholismus zu reagieren. Einige Studien, beispielsweise die Untersuchung von Paulson und Bazemore aus dem Jahr 2010, zeigen, dass depressive Väter ihren Kindern weniger vorlesen, weniger mit ihnen spielen und häufiger körperliche Strafen anwenden. Mit anderen Worten – eine unbehandelte postpartale Depression beim Vater hat nicht nur Auswirkungen auf ihn selbst, sondern auf die gesamte Familie.

Interessant ist, dass das Risiko einer postpartalen Depression beim Vater deutlich steigt, wenn auch die Mutter des Kindes darunter leidet. Laut Fachleuten liegt dies an der gegenseitigen emotionalen Verbundenheit der Partner und der Gesamtbelastung, die die Ankunft eines Kindes in der Familie darstellt. Schlafmangel, Rollenwechsel, finanzielle Sorgen, Veränderung der Paarbeziehung – all das sind Faktoren, die keinen der beiden Elternteile verschonen. Hormonelle Veränderungen sind zudem nicht nur Frauen vorbehalten. Untersuchungen haben nachgewiesen, dass bei Männern in der Zeit um die Geburt ein Absinken des Testosteronspiegels sowie Veränderungen der Kortisol- und Östrogenspiegel auftreten, was zur Entwicklung depressiver Zustände beitragen kann.

Ein weiterer Grund, warum postpartale Depression bei Vätern unsichtbar bleibt, ist systemischer Natur – das Gesundheitssystem führt in den meisten Ländern, einschließlich der Tschechischen Republik, schlichtweg kein Screening auf postpartale Depression bei Vätern durch. Mütter werden bei den Nachsorgeuntersuchungen zumindest ansatzweise nach ihrem psychischen Zustand befragt, obwohl auch das nicht immer ausreichend ist. Väter gehen aber in der Regel weder als Patienten zum Gynäkologen noch zum Kinderarzt, und wenn doch, fragt sie niemand nach ihrem seelischen Wohlbefinden. Es gibt kein System, das sie auffangen würde.

Wie der britische Psychologe Mark Williams, Gründer der Organisation Fathers Reaching Out und selbst jemand, der eine postpartale Depression durchgemacht hat, einmal bemerkte: „Niemand hat mich gefragt, wie ich mich fühle. Alle Fragen richteten sich an meine Frau und an das Kind. Ich war unsichtbar." Williams' Geschichte wurde zu einem der Impulse für die Diskussion darüber, dass die Fürsorge für die psychische Gesundheit in der postpartalen Phase beide Elternteile umfassen muss.

Wie man Warnsignale erkennt und wo man Hilfe findet

Postpartale Depression bei einem Mann zu erkennen kann gerade deshalb schwierig sein, weil sie sich oft als etwas anderes tarnt. Dennoch gibt es Warnsignale, auf die sowohl die Väter selbst als auch ihre Partnerinnen und Angehörigen achten sollten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Langanhaltende Reizbarkeit oder Wutausbrüche ohne ersichtlichen Grund
  • Verlust des Interesses am Kind oder im Gegenteil übertriebene Angst um dessen Gesundheit
  • Rückzug von Familie und Freunden
  • Schlafprobleme, die nicht mit der Betreuung des Neugeborenen zusammenhängen
  • Erhöhter Konsum von Alkohol oder anderen Suchtmitteln
  • Gefühle der Unzulänglichkeit, des Versagens oder der Wertlosigkeit
  • Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen oder chronische Müdigkeit

Entscheidend ist die Erkenntnis, dass diese Symptome kein Zeichen von Schwäche sind. Sie sind Ausdruck eines realen Gesundheitszustands, der die gleiche Aufmerksamkeit verdient wie jede andere Krankheit. Bei der postpartalen Depression geht es nicht darum, dass ein Mann nicht stark genug, nicht männlich genug oder kein ausreichend guter Vater wäre. Es ist ein Zustand, der biologische, psychologische und soziale Ursachen hat und der behandelt werden kann.

In der Tschechischen Republik gibt es mehrere Anlaufstellen, an die sich Väter wenden können. Der erste Schritt ist ein Besuch beim Hausarzt oder Psychiater, der die Schwere des Zustands beurteilen und eine Behandlung vorschlagen kann – sei es in Form von Psychotherapie, Pharmakotherapie oder einer Kombination aus beidem. Organisationen wie das Centrum Anabell oder die Linka bezpečí bieten anonyme Beratung an und können eine erste Anlaufstelle für diejenigen sein, die sich nicht sicher sind, ob ihre Probleme professionelle Hilfe erfordern. Darüber hinaus spezialisieren sich immer mehr Psychologen und Therapeuten auf perinatale psychische Gesundheit und arbeiten mit beiden Elternteilen gleichzeitig.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Kommunikation in der Partnerschaft. Viele Paare stellen fest, dass sie nach der Geburt des Kindes eigentlich aufgehört haben, über etwas anderes als praktische Angelegenheiten zu sprechen – wer Windeln kauft, wer nachts zum Kind aufsteht, wer den Kinderarzt anruft. Emotionen, Bedürfnisse und Ängste werden auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Dabei kann gerade ein offenes Gespräch darüber, wie sich beide Partner fühlen, der erste Schritt sein, das Problem zu benennen und anzugehen. Es geht nicht darum, dass der Mann „beichtet" oder die Partnerin die Rolle einer Therapeutin übernimmt. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem es in Ordnung ist zuzugeben, dass nicht alles in Ordnung ist.

Auch Medien und öffentliche Persönlichkeiten spielen eine Rolle beim Aufbrechen dieses Tabus. Als der ehemalige amerikanische Olympionike Michael Phelps im Jahr 2017 öffentlich über seine Erfahrungen mit Depression und Angst nach der Geburt seines Sohnes sprach, fand das bei Tausenden von Männern weltweit Widerhall. Solche Geschichten zeigen, dass Depression nicht nach Stärke, Erfolg oder gesellschaftlicher Stellung unterscheidet. Und je mehr solcher Geschichten zu hören sind, desto leichter wird es für „gewöhnliche" Väter sein, sich einzugestehen, dass sie Hilfe brauchen.

Interessant ist auch der Blick darauf, wie verschiedene Kulturen mit dem Thema umgehen. Während in den skandinavischen Ländern, wo gleichberechtigte Elternschaft tief verwurzelt ist und Väter selbstverständlich Elternzeit nehmen, relativ offen über postpartale Depression bei Männern diskutiert wird, ist das Thema in vielen anderen Teilen der Welt nach wie vor völlig unbekannt. Die Tschechische Republik befindet sich in dieser Hinsicht irgendwo in der Mitte – das Bewusstsein wächst, aber die systemische Unterstützung fehlt nach wie vor. Ein positives Signal ist, dass das Thema auf Fachkonferenzen, in den Medien und in sozialen Netzwerken auftaucht, wo tschechische Väter ihre Erfahrungen teilen.

Es muss betont werden, dass die Fürsorge für die psychische Gesundheit der Eltern letztlich Fürsorge für das Kind ist. Kinder, die mit einem depressiven Elternteil aufwachsen – sei es die Mutter oder der Vater – haben laut der Weltgesundheitsorganisation ein höheres Risiko für emotionale und Verhaltensprobleme. Die Investition in die psychische Gesundheit der Väter ist also nicht nur eine Frage des individuellen Wohlbefindens eines einzelnen Menschen, sondern eine Frage des gesunden Funktionierens der gesamten Familie.

Postpartale Depression bei Vätern existiert. Sie ist keine Ausrede, keine Schwäche und schon gar nicht etwas, wofür sich irgendjemand schämen sollte. Es ist ein reales Gesundheitsproblem, das Aufmerksamkeit, Verständnis und systemische Unterstützung verdient. Je früher offen darüber gesprochen wird – in Arztpraxen, in Familien, in den Medien und am Kaffeetisch –, desto mehr Väter bekommen die Chance, die ersten Monate und Jahre mit ihrem Kind so zu erleben, wie sie es verdienen. Nicht in stillem Leiden, sondern mit dem Bewusstsein, dass um Hilfe zu bitten das Männlichste ist, was sie tun können.

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